Historisches Gebäude soll 2016 saniert werden

Ortsrat will Förderverein fürs Hirtenhaus gründen

Abgesperrt: Derzeit darf das Hirtenhaus wegen Baufälligkeit nicht betreten werden. Die Ortsratsmitglieder Christian Lemke (von links), Richard Lemke und Matthias Winkler würden in dem Haus gerne historische Gegenstände aus Eboldshausen sammeln. Foto: Schwekendiek

Eboldshausen. Seit vielen Jahren hofft der Eboldshäuser Ortsrat darauf, dass das Hirtenhaus im Dorf saniert wird. Die Chancen, dass das 2016 endlich passiert, stehen gut.

Auf den ersten Blick wirkt das Hirtenhaus derzeit wie ein Schandfleck. Ein Bauzaun signalisiert: Betreten verboten. Es besteht die Gefahr, dass sich Ziegel lockern und herabfallen. Abreißen und neu bauen wäre die beste Lösung, mag sich manch einer denken.

„Genau das wollen wir nicht, weil es auch gar nicht möglich ist“, sagt Ortsbürgermeister Richard Lemke. Schließlich steht das Hirtenhaus, das auch als altes Spritzenhaus bekannt ist, wegen seines ortsbildprägenden Charakters unter Denkmalschutz. Seit 17 Jahren setzt sich der Ortsrat dafür ein, dass das Gebäude saniert wird. 2016 könnte dieser Wunsch endlich in Erfüllung gehen.

Das Hirtenhaus ist eines der ältesten Häuser des Ortes, vermutlich vor dem Jahr 1701 erbaut, wie Recherchen von Ortsheimatpflegerin Ingrid Cornel ergeben haben. Im Inneren gibt es zwei Räume - einen für die Tiere, einen für den Hirten. Zuletzt wurden dort Geräte der Ortschaft gelagert, wie zum Beispiel der Rasenmäher.

40.000 Euro soll die Sanierung kosten, die wegen des Denkmalschutzes nicht einfach nach Gutdünken erfolgen darf. Die Gemeinde Kalefeld wird zehn Prozent der Summe, also 4000 Euro, übernehmen, wenn für den Rest Fördergelder fließen. Andernfalls ist das Projekt gestorben.

Werden die Anträge bewilligt, steuert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz 11.000 Euro bei, die Denkmalschutzbehörde des Landes Niedersachsen 20.000 Euro und die Stiftung Denkmalschutz des Landkreises Northeim 5000 Euro. „Daran ist auch die Summe gebunden, die für 2016 im Kalefelder Haushalt vorgesehen ist“, erläutert Vize-Ortsbürgermeister Matthias Winkler. Vor dem Frühjahr werde die Entscheidung aber wohl nicht fallen.

Um das Projekt zu unterstützen, plant der Eboldshäuser Ortsrat die Gründung eines Fördervereins. „Beim Neujahrsempfang am 17. Januar wollen wir den Bürgern das Projekt vorstellen“, so Lemke. Damit wäre auch gesichert, dass sich nach der Sanierung jemand um das Hirtenhaus kümmert.

Geht es nach dem Ortsrat, könnte in dem alten Gebäude eine Sammlung historischer Gegenstände entstehen. „Schon jetzt gibt es auf vielen Dachböden alte Dinge, die nicht verloren gehen sollten“, sagt Lemke, der selbst alte Arbeitsgeräte von der Flachsernte besitzt. Zwar soll im Hirtenhaus keine Heimatstube entstehen, „doch man könnte die Sachen bei Bedarf auch ausstellen.“

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