Unternehmen: Keine Auswirkungen auf Kunden

Post macht Verteilzentrum in Kalefeld dicht - Gemeinde nicht informiert

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Das alte Postgebäude im Kalefelder Zentrum: Hier war zuletzt nur noch das Postverteilzentrum für die Gemeinde Kalefeld untergebracht. Gestern wurde es letztmalig genutzt. Foto: Gödecke

Kalefeld. Gemeindebürgermeister Jens Meyer ist stinksauer. Grund: Am Dienstag hat die Deutsche Post ihr Verteilzentrum in der Kalefelder Ortsmitte geschlossen.

Dies, so der Bürgermeister sei quasi in einer Nacht- und Nebelaktion geschehen, ohne, dass die Gemeinde vom Postkonzern informiert worden wäre. Bereits vor zwei Jahren hatte die Post im selben Gebäude die Schließfachanlage geschlossen, aus wirtschaftlichen Gründen, weil sie zu wenig genutzt wurde, wie es damals hieß. Seinerzeit hatte Meyer schon darauf hingewiesen, dass dies möglicherweise auch das Ende für das Verteilzentrum im Ort bedeuten könnte.

Von der Post wurde dies damals verneint, allerdings auch schon gesagt, dass das Verteilzentrum in Kalefeld eines der kleinsten in der Region überhaupt sei, ein langfristiger Erhalt nicht garantiert werden könne.

Jetzt ist die Schließung vollzogen. Für die Gemeinde, so Meyer, sei das überraschend gekommen. Er ist verärgert darüber, dass die Post so etwas nicht vorher ankündigt. Zugleich befürchtet er, dass durch die Schließung der Zustelldienst in der Gemeinde leiden könnte.

Nach Informationen von Meyer soll die Verteilung und das Ausschicken der Zusteller täglich für den Bereich Altes Amt nun täglich von Bad Gandersheim aus geschehen. „Die Wege sind weiter und die Zusteller kennen sich nicht aus, das kann Probleme geben,“ befürchtet der Bürgermeister. Möglicherweise komme die Post dann erst abends oder noch später.

Für ihn ist die ganze Sache ein weiteres Zeichen dafür, dass sich die Post immer weiter aus der Fläche zurückzieht. Jens-Uwe Hogardt, Regional-Pressesprecher der Post für den Raum Ost-Niedersachsen, kann dieser Kritik allerdings nichts abgewinnen.

Post: Auf Kunde keine Auswirkungen

„Das ist doch eine rein innerbetriebliche Organisationsveränderung, die auf den Kunden keinerlei Auswirkungen hat“, beruhigt er im Gespräch mit der HNA. Und weil es sich um eine innerbetriebliche Umstrukturierung handele, müssten auch die Kommunen über so etwas nicht informiert werden.

Das Kalefelder Verteilzentrum sei mit nur fünf Zustellbezirken eines der kleinsten im ganzen Land gewesen, so der Postsprecher weiter. Die Zustellerkollegen würden jetzt von Bad Gandersheim, wo es im dortigen Verteilzentrum deutlich größere Räumlichkeiten gebe, starten. Die Fahrtwege in die nur zehn Kilometer entfernte Kurstadt seien nur unwesentlich länger. In Gandersheim bestehe zudem die Möglichkeit, mit einem größeren Personalstamm zu planen.

Das Gebäude in Kalefeld sei von der Post nur gemietet gewesen. Der Mietvertrag stehe kurz vor dem Auslaufen, so Hogardt. 

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