45 Landwirte liefern Getreide zum Kalefelder Hoch-Silo

Raiffeisen vor 200 Jahren geboren: In Kalefeld lebt die Idee weiter

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Vor dem Kalefelder Silo- und Lagerhaus: Detlev Bernardt, Betriebsleiter der Waren-Geschäftsstelle Kalefeld der VR Bank Südniedersachsen, mit Tankwagenfahrer Matthias Hillebrecht und Mitarbeiterin Bärbel Haase. 

Kalefeld. Vor 200 Jahren wurde Friedrich Wilhelm Raiffeisen geboren. In Kalefeld wird auch heute noch nach seinen Ideen genossenschaftlich gearbeitet.

Vor über 100 Jahren wurde in Kalefeld ein genossenschaftlichen Zusammenschluss mit Warengeschäft und Bankhaus der früheren Spar- und Darlehenskasse, gegründet.

Weithin sichtbar zeugt am Ortsrand der Hoch-Silo auf dem alten Gelände der einstigen Altämter Kleinbahn vom immer noch lebendigen Raiffeisengedanken: Dort steht das Warengeschäftszentrum der VR-Bank Südniedersachsen.

Seit fast zwei Jahren gehört der Kalefelder Standort mit seinen Hoch- und Flachlagern, dem Düngemittel- und Mineralölhandel und dem kleinen Garten-Fachmarkt zur VR (Volks- und Raiffeisenbank) Südniedersachsen mit Sitz in Holzminden und Bankfilialen im Landkreis unter anderem in Edemissen und Dassel.

Sechs Standorte im Kreis

Die VR Bank wiederum hat neben Kalefeld im Landkreis Northeim auch Warengeschäfte in Dassel, Edemissen, Markoldendorf, Moringen und Nörten-Hardenberg sowie etliche Tankstellen, darunter unter anderem die in Hardegsen, Willershausen, Moringen und Edesheim.

Seit rund 30 Jahren mit von der Partie im Team des genossenschaftlichen Warengeschäfts im Alten Amt ist Detlev Bernardt, der heutige Leiter der Geschäftsstelle Kalefeld. Er weiß wie kaum ein anderer von den vielen Fusionen zu erzählen, die die einstige Spar- und Darlehenskasse und spätere Volksbank in den vergangenen drei Jahrzehnten hinter sich gebracht hat.

45 Landwirte liefern

Und nach sechs Fusions-Etappen ist Detlev Bernardt froh, dass es den Warengeschäftstandort Kalefeld heute noch gibt. Immerhin 45 Landwirte aus dem Alten Amt und den Randbereichen bis Hohnstedt und Edesheim im Westen, Imbshausen und Lagershausen im Süden und Greene im Norden zählen zu seinen Kunden und liefern regelmäßig Getreide an, das hier angekauft, teils getrocknet und größtenteils zwischengelagert wird.

Im Silo- und Lagerhaus neben dem alten Kalefelder Bahnhof sind neben Bernardt noch drei weitere Mitarbeiter beschäftigt. Hinzu kommen ein Auszubildender und aktuell auch ein Praktikant.

1976 der Bau des Silos

Die Anfänge des größeren Warengeschäfts in Kalefeld seien 1976 mit dem Bau des Technik-Silos einschließlich Trocknungs- und Reinigungsanlage sowie einer Waage und eines Flachlagers für Getreide gelegt worden, erinnert sich Bernardt. 1986 sei der Siloturm hinzugekommen.

Aus der Ortsmitte heraus

1989 schließlich hatte sich die Bank entschlossen, neue Büroflächen mit einem kleinen Lager ebenfalls auf dem Gelände an der Neuen Bahnhofstraße zu errichten. Somit ging das Warengeschäft aus der Ortsmitte heraus. Im Kernort verblieb die Bank in dem Gebäude, in dem sich auch noch heute die Geschäftsstelle der Volksbank Seesen eG befindet.

Im Silo und in der Flachlagerhalle an der Neuen Bahnhofstraße in Kalefeld können insgesamt 5500 Tonnen Getreide gelagert werden. Bernardt: „Wir lagern hier Weizen, Raps und Gerste ein, nehmen aber ansonsten auch alle anderen Getreidesorten an.“ Natürlich können Landwirte im Lager auch Düngemittel kaufen.

Saatgut und Mineralöl

Saatgut, Pflanzenschutz, Futtermittel, Zubehör und Kleingeräte gibt es im Markt, der auch für die Öffentlichkeit offen ist, sagt der Geschäftsführer. Und dann ist da noch der Mineralölhandel mit eigenem Tankwagen, mit dem Matthias Hillebrecht die Kunden im Alten Amt und darüber hinaus versorgt.

Alles in allem ein kleines landwirtschaftliches Zentrum am Dorfrand, ganz so wie es sich Friedrich Wilhelm Raiffeisen vor über 160 Jahren vorgestellt hat. 

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