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Anwohner will Kosten für Reparatur der Wasserleitung nicht tragen

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Von: Rosemarie Gerhardy

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Ein Wasserrohr, das gebrochen ist, wird von Gemeindemitarbeiter Thomas Becker in Westerhof freigelegt und dokumentiert.
Ein Wasserrohr, das gebrochen ist, wird von Gemeindemitarbeiter Thomas Becker in Westerhof freigelegt und dokumentiert. © Rosemarie Gerhardy

In Westerhof kommt es in den vergangenen Monaten vermehrt zur Wasserrohrbrüchen. Anwohner Ralf O. Witte berichtet von 15 seit dem Sommer, allein bei ihm auf dem Grundstück an der Westerhöfer Straße 41 habe es seit 21. Juni zwei und auf der angrenzenden Wiese einen weiteren gegeben.

Westerhof – Er wirft der Gemeinde vor, dass die Wasser- und Abwasserleitungen, die um 1990 erneuert wurden, damals nicht fachgerecht verlegt worden seien. Die Leitungen seien nicht, wie erforderlich, in ein Sandbett verlegt worden, sondern in Grabenaushub. Spitze Ziegelsteine und Ähnliches hätten sich nun aufgrund von Erdbewegungen in die Plastikrohre gebohrt und zu den Wasserrohrbrüchen geführt, so seine Erklärung.

Ralf O. Witte Anwohner
Ralf O. Witte Anwohner © Gerhardy, Rosemarie

Besonders wurmt Witte, dass er nun laut Satzung für die Reparatur der Rohrbrüche auf seinem Grundstück aufkommen soll. An den Leitungen sei seit 1990 nicht gebaut oder anderweitig hantiert worden. Die Gemeinde sei für die fachgerechte Verlegung verantwortlich, wodurch eine Kostenerstattung der Grundstückseigentümer ausgeschlossen sei, da diese keinerlei Einfluss auf die ausführenden Arbeiten und deren Qualität bei der Verlegung und Reparatur hatten, so seine Begründung.

Er selbst habe zwar aktuell noch keine Rechnung seitens der Gemeinde für die Arbeiten erhalten, aber von Nachbarn wisse er, dass sie zu Zahlungen im vierstelligen Bereich seitens der Gemeinde aufgefordert worden seien. Er selbst habe nach der Anhörung durch die Gemeinde den Kosten widersprochen. In Klärung sei auch noch, wie hoch der Schaden an seiner Hauswand sei, da dort wahrscheinlich wegen einer defekten Leitung über einen längeren Zeitraum Wasser eingesickert sei.

Bürgermeister Jens Meyer will auf HNA-Nachfrage nicht Stellung zu den Vorwürfen nehmen. Auch die Anzahl der Wasserrohrbrüche in Westerhof will er nicht bestätigen.

Er erklärt aber, dass es hinlänglich bekannt sei, dass die Leitungssysteme im Gemeindegebiet veraltet seien. Auch in anderen Ortschaften käme es immer wieder zu Wasserrohrbrüchen und Leckagen. Das Wassersystem gelte es nun nach und nach zu erneuern, da habe die Gemeinde Nachholbedarf.

Allerdings sei die Gemeinde nicht für die Hausanschlüsse verantwortlich, so Meyer.

Die Kommunen seien aber verpflichtet, einen Wasserrohrbruch umgehend zu beheben. Allerdings würde das Vorgehen mit den Anliegern abgesprochen, ob sie selbst den Schaden beheben möchten, oder die Gemeinde das übernehmen soll. Alles geschehe völlig satzungskonform.

In der Satzung über die Versorgung der Grundstücke mit Wasser und den Anschluss an die öffentliche Wasserversorgungsanlage, die auch auf der Homepage der Gemeinde abzurufen ist, sei das Vorgehen genau beschrieben. Von Willkür könne hier nicht gesprochen werden, so Meyer.

Keine Stellung kann und will der Bürgermeister aber abgeben zu den Leitungsarbeiten in den 1990er-Jahren. Das sei für ihn nach so vielen Jahrzehnten nicht mehr nachvollziehbar. Auch wisse man nicht mehr unbedingt, was damals zwischen Kommune und Grundstückseigentümern vereinbart worden sei. Gegebenenfalls sei es eine Rechtsfrage, ob da noch wem etwas vorgeworfen werden könne, so Meyer, der aber davon ausgeht, dass dies bereits verjährt sei. (rom)

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