Empfehlung wurde mit fünf zu vier Stimmen getroffen

Schließung empfohlen: Der Grundschule Düderode droht das Aus

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Vor dem Aus: Die Grundschule Düderode (aktuell im gelben und roten Schulteil untergebracht) soll aufgelöst werden. Damit geht die ehemalige Orientierungsstufe (rot) an den Landkreis zurück, die Gemeinde hat Leerstand im gelben Gebäude. Die TSG übernimmt die Sporthalle (grün).

Düderode. Der Schulausschuss der Gemeinde Kalefeld spricht sich gegen eine Fortführung des Schulbetriebes in der Grundschule Düderode nach dem Schuljahr 2018/19 aus.

Diese Empfehlung wurde am Dienstagabend mit fünf zu vier Stimmen getroffen.

Der Rat hatte im August beschlossen, die Grundschule über das Jahr 2017 hinaus fortzuführen (HNA berichtete). Dieser Beschluss wurde laut Gemeindebürgermeister Jens Meyer mit dem Auftrag verbunden, unter anderem die Kosten für die Sanierung und Modernisierung des Gebäudes in Düderode und auch in Echte zu ermitteln. Die Arbeiten an den beiden Schulen wurden Ende November mit rund 1,8 Millionen Euro angegeben.

Im Interessensbekundungsverfahren am Dienstagabend hatten die 16 anwesenden Zuschauer, darunter viele Eltern aber auch Kommunalpolitikern, die Möglichkeit, ihre Einwände vorzutragen. Sie bemängelten, dass über die Schließung der Schule diskutiert werde, ohne einen konkreten Plan zu haben, wie die gemeinsame Beschulung in Echte aussehen soll. Sie befürchten, dass die Klassengrößen weiter wachsen und es zu ähnlichen Zuständen kommen könnte wie in Kreiensen, wo Kinder für den Schulunterricht auf die Flure ausweichen mussten.

Herbert Bredthauer (SPD) entgegnete, dass sich viele Probleme künftig in einer gemeinsamen Schule besser lösen lassen. „Eine dauerhaft planbare, vernünftige Beschulung muss unser gemeinsames Ziel sein“, sagte er. Platznot müsse es nicht geben, da die Pläne des Ingenieurbüro Mocha die Möglichkeit geben, einen neunten oder zehnten Klassenraum anzubauen, wenn Bedarf bestehe.

Anne Litzkendorf von der Grundschule Düderode bemängelte, dass die Entscheidung zur Schließung der Schule nur auf finanzieller Grundlage Erfolge. Das Interesse der Eltern und Schüler trete in den Hintergrund. Der große Wunsch sei bei einer Zusammenlegung, wieder einen „ Schulleiter zu haben, der sich um die organisatorischen Aufgaben kümmern kann“, sagte Litzkendorf. Außerdem solle die schulische Ausstattung deutlich verbessert werden. Es müsse zudem ein Konzept geben, wie inklusive Schule funktionieren soll und dieses solle in die Raumplanung einfließen. Diesem Wunsch kam der Ausschuss in seiner Empfehlung einstimmig nach.

Kritik an Entscheidung

Nina Rehmsmeier, beratendes Mitglied der Elternvertretung, übte Kritik an der jetzigen Entscheidung. „Wieso fasst man den Beschluss, die Schule nun doch zu schließen, so kurz nach der Wahl? “, fragte sie unter Beifall aus dem Publikum. Bredthauer entgegnete, dass die Diskussionen am Sitzungsabend im August noch Stunden ergebnislos weitergelaufen wären, hätte man nicht diese Entscheidung getroffen. Diese habe es dem neuen Rat ermöglicht, in beiden Richtungen weiterzuarbeiten. „Wir wussten im August nicht, wie der neue Rat weitermacht“, so Bredthauer. Kersten Sander (CDU) stieß diese Formulierung sauer auf. „Der Rat trifft Beschlüsse im August um die Eltern ruhigzustellen und nach der Wahl sehen wir weiter? Das geht nicht, damit machen wir uns als Rat lächerlich“, sagte Sander.

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