Hochwasser im Landkreis Northeim

Serie Hochwasserschutz (2): Starkregen schlimmer als Schneeschmelze

Das überflutete Freibad von Düderode im Jahr 2007. Um es vor weiteren Überschwemmungen zu schützen wurden Verwallungen errichtet.
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Das überflutete Freibad von Düderode im Jahr 2007. Um es vor weiteren Überschwemmungen zu schützen wurden Verwallungen errichtet.

Die jüngsten Überschwemmungen in der Gemeinde Kalefeld gab es im Juli 2017. Dort wurden Pegelmessbereiche eingerichtet, um frühzeitig Tendenzen zu erkennen.

Kalefeld – Damit die Anwohner rechtzeitig informiert und Sandsäcke verteilt werden, berichtet Bürgermeister Jens Meyer. Er betont, dass die Abläufe in der Gemeinde regelmäßig und bei großen Verschmutzungen auch zwischendurch gesäubert und gespült werden.

Darüber hinaus wurden inzwischen im Bereich der Aue drei Brücken beziehungsweise Durchlässe erneuert. In Düderode wurden außerdem Verwallungen im Bereich des Freibades errichtet und im Bereich Düderoder Bach/Aue Maßnahmen zur Verbesserung des Abflusses vorgenommen.

Im Bereich Kalefeld sollen durch Abgrabungen am ehemaligen Bahndamm die Anlieger besser geschützt werden. Darüber hinaus wurden von einigen Anliegern auch schon vermehrt Vorkehrungen zum Schutz ihrer Grundstücke vorgenommen.

Hochwasser in Kalefeld: Sich gegen 200 Liter pro Quadratmeter über einen längeren Zeitraum zu schützen, ist flächendeckend nicht möglich

Ereignisse durch Starkregen seien viel schwerer zu handhaben als steigende Pegelstände zum Beispiel bedingt durch Schneeschmelze oder Tauwetter, gibt Meyer zu bedenken.

Sich gegen Ereignisse von 200 Liter pro Quadratmeter über einen längeren Zeitraum zu schützen, sei flächendeckend nicht möglich. „Hier würden wir von einem Jahrtausendhochwasser sprechen“, so Meyer. Der Bau von Rückhaltungen, Überläufen und Sperren böte nur punktuell Schutz. Bei Starkregenereignissen lasse sich jedoch immer nur sehr schwer voraussagen, wo sie auftreten.

„Grundsätzlich muss man jedoch leider sagen, dass es einen hundertprozentigen Schutz gegen Hochwasserlagen, insbesondere aufgrund von Starkregen, nicht geben kann“, so Meyers Fazit.

Die Serie Hochwasser wird bis kommenden Samstag (21.08.21) um jeweils 9 Uhr fortgesetzt. (Rosemarie Gerhardy)

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