Beschränkung auf das Notwendigste

Sparzwang ist spürbar: Gemeinde Kalefeld legt Haushalt vor

Kalefeld. Die Gemeinde Kalefeld hat für das kommende Jahr einen ausgeglichenen Haushaltsentwurf vorgelegt.

Bürgermeister Jens Meyer präsentierte das Zahlenwerk am Donnerstagabend dem Gemeinderat. „Das werte ich durchaus als Erfolg“, sagte er während der Sitzung im Dorfgemeinschaftshaus in Eboldshausen.

Der Haushalt ist durch strikten Sparzwang gekennzeichnet, was sich vor allem bei den Investitionen bemerkbar macht. „Wir müssen uns auf weniger als das absolut Notwendige beschränken“, sagte Meyer. Nur so sei es überhaupt möglich, die Vorgaben des Zukunftsvertrags einzuhalten, der der Gemeinde nach wie vor klare Vorgaben auferlegt.

Etliche Projekte wie Straßen- und Brückensanierungen müssen auf die Folgejahre verschoben werden. Darunter befinden sich der Ausbau der Vorderen Viehtrift in Sebexen (2020), der Buchtstraße in Kalefeld (2018) und des Hasenkamps in Sebexen (2020).

In der Vorbereitung habe es Gespräche mit dem Innenministerium, dem Landkreis und erstmals auch mit den Fraktionsvorsitzenden des Rates gegeben, berichtete der Bürgermeister. So habe man die anvisierten Kostenreduzierungen und Einnahmeverbesserungen erreichen können und zugleich die freiwilligen Leistungen im Rahmen der Vorgaben halten können.

Im Ergebnis stehen Einnahmen von 9,7 Millionen Euro Ausgaben in gleicher Höhe gegenüber. „Trotz des Streichkonzertes werden sich die langfristigen Schulden aber erhöhen, um zumindest die wenigen Investitionen durchführen zu können“, sagte Meyer. Rund 1,7 Millionen Euro will die Gemeinde 2016 investieren, jedoch sind davon nur 581.000 Euro durch Einnahmen gedeckt.

Besonders zu Buche schlagen 2016 die Fertigstellung der Gandersheimer Straße und die Brücke Hasenkamp in Sebexen sowie Investitionen im Klärwerk und bei der Wasserversorgung. So ist unter anderem eine neue Klärschlammpresse erforderlich. Zudem muss der Hochbehälter Weißenwasser erneuert werden.

Da in den vergangenen vier Jahren Defizite im Bereich Wasser und Abwasser eingefahren wurden, sollen mit dem neuen Haushalt die Gebühren für diesen Bereich steigen. Der Kubikmeter Wasser soll künftig 2,81 statt 1,86 Euro (netto) kosten, der Kubikmeter Abwasser 5,24 statt 3,93 Euro (netto). Grund für das Defizit der vergangenen Jahre ist laut Meyer zum einen eine zu optimistische Berechnung aus dem Jahr 2011, zum anderen der drastisch gestiegene Wartungs- und Reparaturbedarf. So habe es allein in diesem Jahr 50 Rohrbrüche in der Gemeinde gegeben.

Der Haushaltsentwurf wird nun von den Fraktionen und Fachausschüssen beraten. Im Dezember soll er vom Rat verabschiedet werden.

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