Im Waldkindergarten Oldershausen gibt es noch freie Plätze

Wünschen sich, dass noch mehr Kinder in die Waldwichtel-Gruppe kommen: Janos (von links), Jonathan, Lia und Theresa mit ihren Erzieherinnen Eva Baschin-Rossol (links) und Fabienne Schridde. Fotos: Schwekendiek

Oldershausen. Die Oldershäuser Waldwichtel haben Sorgen: Für die Einrichtung fehlen Kinder. Noch vor zehn Jahren gab es eine lange Warteliste.

Drei Hosen, zwei Paar Handschuhe, Mütze und Kapuze: Dick eingepackt starten die Waldwichtel in ihren Kindergartentag. Kein Wunder - es nieselt, der Wind weht und das Thermometer zeigt drei Grad über null. Dennoch sind die Kleinen bester Laune. Wer in einen Waldkindergarten geht, muss wetterfest sein.

Eins macht den Waldwichteln jedoch Sorgen: Es könnten gern mehr Kinder in die Gruppe kommen. „Als der Waldkindergarten vor zehn Jahren gegründet wurde, gab es eine lange Warteliste“, erinnert sich Gerhild Schaper, Leiterin der Kindertagesstätte Spatzennest, zu dem die Waldwichtel-Gruppe gehört. „Das ist jetzt nicht mehr so.“ Von den 15 Plätzen der Gruppe sind einige nicht belegt.

Dabei hat der Kindergarten im Wald viel zu bieten. Zum Beispiel schult er das Verständnis für die Natur. „Guck mal, hier wurde die Erde von einem Wildschwein aufgewühlt“, erklärt die vierjährige Lia fachmännisch auf dem Weg durch den Wald. „Das erkennt man an den Spuren.“ Begegnet seien sie einem Wildschwein zwar noch nicht. „Zum Glück“, sagt Erzieherin Eva Baschin-Rossol. Aber Rehe und Eichhörnchen hätten sie schon beobachtet.

Der Waldkindergarten hat sein Domizil in einem Waldstück bei Oldershausen. Auf einem Hügel unter Bäumen gibt es viel Platz zum Spielen, zwei Bauwagen zum Aufwärmen und Basteln und ein überdachtes Wichtelstübchen für den Morgenkreis und die Frühstückspause. Bei Unwetter kann sich die Gruppe ins Dorfgemeinschaftshaus zurückziehen.

Auch wenn es im Waldkindergarten weniger Bastelsachen und klassische Spiele als in anderen Kindergärten gibt, kommt keine Langeweile auf. Die Natur ist spannend genug. „Ich finde das Loch zum Buddeln ganz toll“, sagt die dreijährige Theresa. Hier füllen die Kinder Sand und Erde in Schüsseln, um damit zu „kochen“. Hoch im Kurs stehen auch die Werkzeuge, mit denen sie Holz schnitzen und sägen können. Aus Ästen haben sie sich ein Tipi gebaut.

Dank der großen Bäume sind Regen und Wind im Waldkindergarten kaum zu spüren. Bei großer Kälte können sich die Kinder in den beiden beheizbaren Bauwagen aufwärmen. Hier gibt es eine Kuschelecke, Bücher, eine Tischgruppe und in der Adventszeit natürlich einen Adventskalender. „Meistens sind wir aber draußen und nicht im Bauwagen“, sagt Erzieherin Fabienne Schridde.

Dass das ständige Draußen-Sein krank macht, davon merken die Erzieherinnen nichts. Ganz im Gegenteil: „Die frische Luft stärkt das Immunsystem“, sagt Eva Baschin-Rossol. Magen-Darm-Infekte und andere Kinderkrankheiten würden sich in der Gruppe kaum verbreiten. Ein weiterer positiver Effekt: Das unebene Gelände fördere Koordination und Gleichgewicht.

Von Julia Schwekendiek

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