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Erfolgreiche Kooperation zwischen Universitäten und Familienbetrieb

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Von: Rosemarie Gerhardy

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Vertreter des Kooperationsprojekts der Opitz Packaging Systems GmbH, der Technischen Universität Clausthal, der Universität Göttingen und des SNIC.
Vertreter des Kooperationsprojekts der Opitz Packaging Systems GmbH, der Technischen Universität Clausthal, der Universität Göttingen und des SNIC. © SNIC/NH

Die Firma Opitz Packaging Systems GmbH aus Düderode hat mit der Technischen Universität (TU) Clausthal und der Universität Göttingen eine voll automatisierte Maschine zur wirtschaftlichen und ressourcensparenden Optimierung von Versandverpackungen entwickelt (wir berichteten). Nun wird das erste Exemplar ausgeliefert.

Düderode – Tim Opitz, Junior Geschäftsführer beim Maschinenhersteller, ist überzeugt: „Wir bringen ein hoch-innovatives Produkt auf den Markt, mit dem wir langfristig Wettbewerbsvorteile generieren.“ Derzeit sind 45 Mitarbeiter bei Opitz tätig. Das Familienunternehmen möchte in den kommenden Jahren die Anzahl auf 80 Beschäftigte erhöhen. Zudem sollen neue Absatzmärkte außerhalb Europas erschlossen werden. Die ersten Schritte auf dem Wachstumspfad sind gemacht: Noch in diesem Jahr wird eine neue Produktionshalle samt Verwaltungsgebäude in Northeim eröffnet, heißt es in einer Pressemitteilung.

Initiiert wurde die Kooperation mit der TU Clausthal und der Universität Göttingen bereits 2018 durch die Technologieberatung und das Innovationsscouting des SüdniedersachsenInnovations-Campus (SNIC). Einen Teil der Kosten hat das Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen der Zentralen Innovationsförderung Mittelstand (ZIM) gefördert. Das Problem bei der vollautomatischen Verpackung: In der Regel füllen Verpackungsunternehmen zur Sicherung der Ware wahllos Papier- oder Luftfolienpolster in die Versandpakete. Das geht mit hohem Ressourcenverbrauch und hoher Umweltbelastung einher. Daher sollte ein Modul in die Maschine der Firma Opitz integriert werden, das es dem Roboter ermöglicht, die passende Menge Füllmaterial vollautomatisch zu bestimmen und in die Versandkartons einzulegen.

Zu diesem Zweck musste zunächst der Leerraum erkannt und anschließend die optimale Größe und Position des Füllmaterials berechnet werden. Dafür brauchte es ein 3D-Bild des Verpackungsinhalts. An dieser Stelle kamen die Hochschulen ins Spiel. Die Abteilung Waldinventur und Fernerkundung der Uni Göttingen setzt bereits seit Längerem eine Scan-Technologie zur Lufterkundung von Wäldern ein, die nun in abgewandelter Form auch bei der 3D-Vermessung von Versandkartons zum Einsatz kommt, heißt es in der Pressemitteilung. Den passenden Algorithmus zur optimalen Befüllung der Kartons lieferten Professor Dr. Stephan Westphal und Martin Dahmen vom Institut für Mathematik der TU Clausthal.

„Die hervorragende Zusammenarbeit mit dem SNIC, der TU Clausthal sowie der Universität Göttingen war für uns entscheidend, um die Innovation auf den Weg zu bringen“, betonte Senior-Geschäftsführer Günther Opitz. Den Kontakt zu den Universitäten stellte SNIC-Technologieberater Dr. Peter Oswald her.

Technologieberater sondieren im Auftrag der Wirtschaftsförderungen der Landkreise Göttingen (WRG) und Northeim sowie der Stadt Göttingen (GWG) gezielt aktuelle Herausforderungen in kleinen und mittleren Unternehmen und unterstützen diese bei der Umsetzung von Projekten.

Dabei arbeiten sie eng mit den SNIC-Innovationsscouts zusammen, die systematisch Forschungsergebnisse und wissenschaftliche Kompetenzen mit wirtschaftlichem Anwendungspotenzial an den Hochschulen der Region erheben.

Mit der voll automatisierten Maschine zur ressourcensparenden Optimierung von Versandverpackungen hat die Firma Opitz Packaging Systems GmbH 2021 den Innovationspreis des Landkreises Göttingen in der Kategorie Unternehmen über 20 Mitarbeitern gewonnen. Zudem hat die WRG das Unternehmen für den Großen Preis des Mittelstandes nominiert.  

Info: Bewerbungen für den diesjährigen Innovationspreis des Landkreises Göttingen sind bis 31. Mai unter wrg-goettingen.de/inno/innovationspreis-2022/bewerbungsverfahren möglich. (Rosemarie Gerhardy)

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