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Kommunen im Kreis Northeim sagen Schottergärten den Kampf an

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Von: Axel Gödecke

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Auch auf etlichen öffentlichen Flächen in Northeim gibt es Schottergärten, wie hier auf dem Medenheimer Platz.
Viel Schotter und kaum Pflanzen: Auch auf etlichen öffentlichen Flächen in Northeim gibt es Schottergärten, wie hier auf dem Medenheimer Platz. © Hubert Jelinek

Ein erstes Verbot von Schottergärten ist jetzt in Northeim in einem Bebauungsplan für den südlichen Wieter ausgesprochen worden. Andere Kommunen sind schon weiter.

Northeim – Erstmals in einem Neubaugebiet sind in der Stadt Northeim Schottergärten generell verboten. Der Stadtentwicklungsausschuss bestätigte ein entsprechendes Verbot einstimmig bei der Änderung des Bebauungsplans 125 für das Neubaugebiet „Südlicher Wieter“. Laut Wolfgang Möller, Leiter Stadtplanung und Bauaufsicht der Stadt, ist das ein erster Schritt. Auch in künftigen Bebauungsplänen soll die Anlage von Schottergärten aus Klimaschutzgründen explizit untersagt werden.

Zudem bemühe sich die Stadt, auf eine Bewusstseinsänderung bei Grundeigentümern hinzuwirken, solche Schotterflächen, die auch nicht pflegearm seien, bei der Gestaltung von Vorgärten erst gar nicht mehr in Betracht zu ziehen. Möller: „Ähnlich wie der Landkreis haben auch wir einen Flyer mit natur- und klimafreundlichen Alternativen herausgegeben.“ Der ist im Bürgerbüro, im Rathaus oder im Internet zu haben.

Auch die Stadt selbst werde Schotterbeete auf eigenen Flächen nach und nach umwandeln. „Da haben auch wir hinzugelernt, insbesondere aus dem extrem trockenen Sommer dieses Jahres.“ Auch bei der Umgestaltung des Münsterplatzes gebe es nach einer Planänderung nun mehr Grünflächen mit Stauden und Gräsern.

Andere Kommunen sind da schon einen Schritt weiter. In Nörten-Hardenberg zum Beispiel sind schon in mehreren Bebauungsplänen für Neubaugebiete Schottergärten verboten.

Einbecker nimmt Grundstücke unter die Lupe

Die Stadt Einbeck geht noch einen konsequenteren Weg. Sie will laut Bauamtsleiter Joachim Mertens auch an bestehende Schottergärten heran. „Bestandsschutz zählt da nicht“, sagt er und verweist auf die Niedersächsische Bauordnung, die besagt, dass unbebaute Areale auf Baugrundstücken zu begrünen sind.

Er habe deswegen Bereisungen zur Erfassung von Schottergärten angeordnet. Eine erste habe schon stattgefunden: 20 illegale Flächen seien bereits erfasst, weitere Bereisungen in der Stadt und den Ortschaften werden folgen. Die Eigentümer würden angeschrieben und aufgefordert, die Flächen umzugestalten.

Landesbauordnung sieht Verbot vor

Die Niedersächsische Bauordnung sieht in § 9 bereits seit Jahren vor, dass „nicht überbaute Flächen der Baugrundstücke Grünflächen sein müssen, soweit sie nicht für eine andere zulässige Nutzung erforderlich sind“.

Daraus lässt sich ableiten, dass Schottergärten selbst für bestehende Siedlungsbereiche verboten sind. So sieht es auch die Landesregierung. Eine genauere rechtliche Klärung dieser Frage, etwa hinsichtlich eines Bestandsschutzes, gibt es aber noch nicht.  (Axel Gödecke)

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