Northeimer Schulausschuss einstimmig für die Verlegung von der Stadt aufs Dorf

Katholische Schule soll nach Sudheim

Soll katholische Schule werden: die Grundschule Sudheim. Hausmeister Rainer Bernasek ist gern in dem stark modernisierten Gebäudekomplex tätig. Foto: Gödecke

Sudheim. Aus der Grundschule Sudheim soll im kommenden Jahr die katholische Kardinal-Bertram-Schule werden, die bislang ihren Sitz in Northeim hat.

Das empfahl der Northeimer Schulausschuss einstimmig und beauftragte Northeims Bürgermeister, beim Kultusministerium eine Ausnahmegenehmigung für die Umwandlung der Sudheimer Grundschule in eine Bekenntnisschule einzuholen.

Eine Ausnahmegenehmigung ist nötig, weil es für Bekenntnisschulen - in diesem Fall mit katholischem Bekenntnis - eine gesetzliche Vorgabe des Landes gibt. Danach dürfen nur maximal 30 Prozent der Kinder nicht katholischen Glaubens in einer Bekenntnisschule unterrichtet werden. Würden alle Sudheimer und Bühler Kinder mit unterrichtet, steigt dieser Wert aber auf fast 55 Prozent.

Ob eine solche Genehmigung beim Ministerium zu erreichen ist, darüber wollte Bürgermeister Harald Kühle nicht spekulieren: „Bislang gibt es im Lande noch keinen solchen Fall. Wir müssen es auf jeden Fall versuchen.“ Die Vereinigung beider Schulen sei nicht nur aus Sicht der Stadt, sondern auch aus Sicht der Eltern- und Lehrerschaft beider Schulen die einzige Lösung, beide Lehreinrichtungen und den Schulstandort Sudheim zu sichern. Schließlich ist der Bestand beider Schulen aufgrund sinkender Schülerzahlen in Gefahr.

Die Sprecher aller Ratsfraktionen hatten in der Sitzung den Verwaltungsvorschlag begrüßt. Heinz Harer (Grüne) sprach sogar von einer „äußerst pfiffigen Lösung“ für mehrere Probleme, zumal der Umzug der Kardinal-Bertram-Schule auch Platz für die Martin-Luther-Grundschule schaffe. Dieser wird nach Auskunft der Stadt dringend für die beantragte Einrichtung einer Ganztagsschule benötigt.

Kritik nicht am Verfahren, sondern auf die Festlegung auf Sudheim als Standort war nur aus den Reihen der CDU zu hören, zumal auch die Grundschule Edesheim infrage gekommen wäre.

Edesheims Ortsbürgermeister Alfons Born (CDU), der sich der Stimme enthielt, warf der Stadtverwaltung einen „undemokratischen Stil“ vor, weil sie dem Ortsrat Edesheim Anfang des Jahres eine Absage erteilt habe. Der Ortsrat habe die selbe Idee mit dem Standort Edesheim vorgeschlagen. Die Verwaltung habe damals geantwortet, dass eine Verlagerung der Bekenntnisschule an dem 30-Prozent-Quorum scheitere. Nun solle dies mit Sudheim jedoch versucht werden.

Bürgermeister Kühle nannte pragmatische Gründe für die Auswahl Sudheims: die gute Stadtbusanbindung nach Northeim, ein durchsaniertes Gebäude mit moderner Ausstattung, die große Sporthalle, der Sportplatz, das nahe Freibad und die Nähe zu Nörten-Hardenberg mit relativ vielen katholischen Kindern. Zudem könne auf die Neuausschreibung der 2012 frei werdenden Schulleiterstelle verzichtet werden. (goe)

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