Endspurt für Mindestanforderung

Glasfaser für Katlenburg-Lindau: Geforderte 40 Prozent noch nicht erreicht

Werben für Glasfaser in Katlenburg-Lindau: Unternehmer Elmar Mönnig (Geschäftsführer Mönnig-Bau), Bürgermeister Uwe Ahrens und Bürger Reiner Schmidt (Gillersheim) vor dem Plakat, das am Ortseingang von Katlenburg steht.
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Werben für Glasfaser in Katlenburg-Lindau: Unternehmer Elmar Mönnig (Geschäftsführer Mönnig-Bau), Bürgermeister Uwe Ahrens und Bürger Reiner Schmidt (Gillersheim) vor dem Plakat, das am Ortseingang von Katlenburg steht.

40 Prozent aller Haushalte in der Gemeinde Katlenburg-Lindau müssen bis 14. August Interesse an einem Glasfaseranschluss gemeldet haben. Das Ziel ist noch nicht erreicht.

Katlenburg-Lindau– Die Firma Deutsche Glasfaser Wholesale GmbH hatte verkündet, mit dem Ausbau eines Glasfasernetzes in der Gemeinde Katlenburg-Lindau erst, dann starten zu wollen, wenn mindestens 40 Prozent mitmachen. Gemeindeweit liegt die Quote aktuell noch unter 30.

Bürgermeister Uwe Ahrens, der den Deal mit der Glasfaser GmbH eingefädelt und bei Abschluss der Kooperationsvereinbarung auch darauf gedrängt hatte, dass in der Gemeinde alle sieben Dörfer Glasfaser bekommen sollen, nicht nur die größeren Ortschaften, ist noch nicht zufrieden mit dem Zuspruch der Katlenburg-Lindauer. Zum Werbeendspurt hat er deshalb einige bekannte Gesichter aus der Gemeinde mit ins Boot geholt.

Aus Unternehmersicht werben mit dem Verwaltungschef Elmar Mönnig, Geschäftsführer von Mönnig-Bau in Elvershausen, und Gastronom Antonio Fabrile, Inhaber der Pizzeria „Zia Maria“ für die Glasfaserinitiative, aus Sicht des normalen Bürgers, der aber viel mit dem Internet arbeitet, rührt Reiner Schmidt aus Gillersheim mit die Werbetrommel.

Sie alle können nicht verstehen, dass die 40-Prozentmarke so schwer zu knacken ist. „So schnell werden wir ein Glasfasernetz nicht wieder bekommen können“, sagt Bürgermeister Uwe Ahrens und weist darauf hin, das Bund und Länder Glasfaser für ländliche Räume erst in einer Absichtserklärung frühestens für 2030 in Aussicht stellen. Ahrens: „Wenn wir das jetzt schaffen, sind wir hier sieben Jahre eher dran.“

Unternehmer Elmar Mönnig: „In vielen Dörfern liegt die Übertragungsrate jetzt mit Kupferkabel bei maximal 100 Mbit pro Sekunde. Das reicht für uns im Unternehmen nicht aus, um schnell und sicher Datenpakete zu händeln.“ Nicht nur Architekten und Bauingenieure benötigten im Homeoffice Zugriff auf Bauzeichnungen, über die Cloud auch die Poliere auf den Baustellen. Mönnig: „Da brauchst du Glasfaser“.

Gastronom Antonio Fabrile, der schon zwei Anschlüsse gebucht und auch seinen Mieter davon überzeugt hat, bringt neben den unternehmerischen Aspekten auch die Vorteile von verlässlicher Glasfaserschnelligkeit für den Privatbereich ins Spiel. „Es ist für uns hier ein sehr wichtiger Zukunftsaspekt, wenn wir im privaten, schulischen, öffentlichen und unternehmerischen Bereich ein Glasfasernetz nutzen können. Diese Chance dürfen wir auf keinen Fall verpassen.“

So sieht es auch Reiner Schmidt, der in Gillersheim die Orts-Internetseite betreibt und hobbymäßig viele Fotos und Videos übers Netz bekommt und verschickt. „Auch wenn, jetzt so manchem die Kupfergeschwindigkeit noch reicht, sollten wir doch ein paar Jahre in die Zukunft denken.“ Das Vorhandensein von Glasfaser im Haus sei für viele Familien Anreiz, in die Gemeinde zu ziehen, sind sich Mönnig, Fabrile, Schmidt und Ahrens einig. Fürs Eigenheim bedeute Glasfaser eine Wertsteigerung, Mietwohnungen würden ebenfalls wertiger.

Ahrens wie Mönnig weisen zudem darauf hin, dass Kunden, die Glasfaseranschlüsse buchten, keine Doppelzahlungen für Altanbieter zu fürchten bräuchten. Und: Im ersten Jahr koste der Glasfaseranschluss mit bis zu 1000 Mbit/s Download-Rate generell nur 25 Euro monatlich, erst danach werde es teurer (bei 400 Mbits/s 45 Euro).

So sieht es aktuell in den Ortschaften aus

In Katlenburg-Lindau haben sich bislang etwas unter 30 Prozent der Haushalte für einen Glasfaseranschluss gemeldet, wobei die größeren Orte Lindau und Katlenburg mit 19 beziehungsweise 22 Prozent die Schlusslichter bilden. Vorn liegen Suterode mit 39 Prozent vor Elvershausen (38), im Mittelfeld Gillersheim (28), Berka (26) und Wachenhausen (25). Die Verwaltung will versuchen, eine Fristverlängerung zu erreichen. (Axel Gödecke)

deutsche-glasfaser.de/netzausbau/gebiete/katlenburg-lindau

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