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99 Spender bei Typisierung in Katlenburg in Gedenken an Ingrid Wertheim

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Von: Axel Gödecke

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Sorgten für eine tolle Verpflegung bei der Typisierungsaktion: Julian Kwasny, Anissa Kwasny, Stefanie Politz-Thomas, Elda Pothmann, Ilse Schwarz und Sabine Hustedt-Metge am Kuchenbuffet im Dorfgemeinschaftshaus Katlenburg.
Sorgten für eine tolle Verpflegung bei der Typisierungsaktion: Julian Kwasny, Anissa Kwasny, Stefanie Politz-Thomas, Elda Pothmann, Ilse Schwarz und Sabine Hustedt-Metge am Kuchenbuffet im Dorfgemeinschaftshaus Katlenburg. © KMSG / nh

Katlenburg – 99 Menschen kamen zur Typisierungsaktion ins Dorfgemeinschaftshaus in Katlenburg.

Katlenburg - Typisierungsaktionen, um Stammzellspender für an Blutkrebs lebensgefährlich Erkrankte zu finden, lohnen sich immer, auch wenn für die Katlenburgerin Ingrid Wertheim leider jede Hilfe zu spät kam, so formuliert es Rebecca Claude, Referentin Marketing und Öffentlichkeitsarbeit der Abteilung Transfusionsmedizin bei der Universitätsmedizin Göttingen (UMG).

99 Menschen registrierten sich bei der Typisierungsaktion, die Ingrid Wertheim helfen sollte, einen passenden Stammzellspender zu finden. Wenige Tage vor der Aktion war sie leider verstorben. Aber für die Familie stand es außer Frage, dass die Typisierungsaktion trotzdem stattfinden sollte. „Omi hat gesagt, selbst wenn es ihr nicht hilft, dann vielleicht jemand anderem“, sagte ihre Enkelin Luisa Kwasny.

Auch Christopher Kriete (18 Jahre) und Nele Oppermann (17) hatte sie erreicht. Beide waren ebenfalls ins Dorfgemeinschaftshaus gekommen, um sich typisieren zu lassen. Christopher engagiert sich in der Feuerwehr Sudheim und hat in der WhatsApp-Gruppe der Wehr von der Aktion erfahren.

Bei der Probenentnahme: Lina Ernst.
Bei der Probenentnahme: Lina Ernst. © KMSG / nh

Die Idee zur Typisierungsaktion entstand im Katlenburger Dorfgemeinschaftshaus bei einer Blutspendeaktion. Ingrid Wertheims Tochter Anissa Kwasny zitiert ihre Mutter, als sie ihr den Aufruf zur Typisierungsaktion zeigte: „Ja, genauso habe ich mir das vorgestellt!“, habe sie gesagt. Ingrid Wertheim hat sich in vielerlei Hinsicht für ihre Mitmenschen engagiert – sei es als Vereinskollegin, im Ortsrat, beim DRK oder als Mama und Omi. Die Aktion war also ganz in ihrem Sinne.

Und weil die Katlenburgerin durch ihren Einsatz in der Region so bekannt war, fanden sich auch schnell viele Menschen, die sich für die Typisierungsaktion engagieren wollten. Weil einige Bekannte und Freunde aber schon über 50 Jahre alt sind und sich deshalb nicht mehr als potenzielle Stammzellspender registrieren konnten, hatte man andere Wege gefunden, sich zu engagieren, und so war ein üppiges Kuchenbuffet zur Aktion schnell auf die Beine gestellt.

Auch darüber hinaus haben sich viele Menschen für den guten Zweck eingesetzt, berichtet UMG-Sprecherin Rebecca Claude. Und Sabine Hustedt-Metge, die den Kontakt zur Knochenmark- und Stammzellspenderdatei der Universitätsmedizin Göttingen (KMSG) hergestellt hatte, ergänzt: „Die Information zur Aktion hat sich wie ein Lauffeuer verbreitet.“

Registrieren gerade sich als Spender: Christopher Kriete und Nele Oppermann beim Ausfüllen des Formulars zur Einverständniserklärung.
Registrieren gerade sich als Spender: Christopher Kriete und Nele Oppermann beim Ausfüllen des Formulars zur Einverständniserklärung. © KSMG / nh

Genauso wie Christopher war auch Nele klar, dass sie sich auf jeden Fall typisieren lassen möchte, denn „wenn man helfen kann, sollte man das auch machen!“, sagt sie. Da sie noch nicht volljährig ist, kam sie mit einer Einverständniserklärung ihrer Eltern vorbei. Sobald sie 18 Jahre wird, wird sie als potenzielle Stammzellspenderin automatisch freigeschaltet, erklärt Rebecca Claude.

„Wir als Familie sind allen total dankbar und tief gerührt von der Hilfsbereitschaft. Die Aktion hätte meiner Schwiegermutter helfen können. Dass wir wissen, dass wir nun anderen Familien helfen können, ist ein kleiner Trost“, sagt Schwiegertochter Joana Wertheim. Und Hustedt-Metge ergänzt: „Wir haben bei meiner Freundin Ingrid gesehen, wie schnell es gehen kann, dass es jeden treffen kann.“

Ingrid Wertheim hat zu Lebzeiten schon viele Menschen zusammengeführt und so vermochte sie auch viele dazu motivieren, sich bei der Typisierungsaktion für andere Patienten einzusetzen, lautet das Fazit der UMG-Verantwortlichen. Claude: „Wir gedenken Ingrid Wertheim und danken ihrer Familie und ihren Freunden für den Einsatz trotz der Trauer um einen wertvollen Menschen.“  (Axel Gödecke)

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