Aus Abwasser wird in Vererdungsbecken Dünger

Zehn Jahre Vererdungsbeet: Bagger räumt nun erstes Schilfbecken 

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Langarmbagger in Aktion: Hans-Ulrich Wiese steht auf dem Deich, schaut zu, wie das Vererdungsbeet ausgebracht wird. Da das Substrat in diesem Bereich nicht fest genug ist, wird es mit Stroh vermischt und dann zur Ausbringung auf Feldern verladen. 

Katlenburg-Lindau. Der Abwasserverband Raum Katlenburg lässt nach zehn Jahren das erste Schilfbecken mit einem Spezialbagger räumen.

Zehn Jahre ist es her, dass der Abwasserverband Raum Katlenburg probeweise sein erstes Vererdungsbeet angelegt hat, um darin sein täglich einlaufendes Schmutzwasser zu reinigen. Das Verfahren hat sich bestens bewährt. Jetzt wird dieses Becken ausgebaggert.

Die seinerzeitige Novellierung der Klärschlamm- und Düngeverordnung hatte den Abwasserverband zum Umdenken veranlasst. Die Verantwortlichen entschieden sich für den Bau eines 130 mal 30 Meter großen Vererdungsbeckens wenige Meter hinter dem Klärwerk vor den Toren der Ortschaft Elvershausen.

Das Unternehmen Eco-Plant richtete das Beet ein. Erdreich abgeschoben, Plane ausgelegt, Dränageschicht und Pflanzsubstrat drauf, eingedeicht und Schilf gepflanzt. So sieht vereinfacht ausgedrückt der Aufbau aus. Dann wurde das Abwasser eingeleitet. Ziel: Die festen Bestandteile setzen sich ab, das Wasser fließt wieder ab. „So hat sich im Lauf der Jahre eine 80 Zentimeter dicke Schicht gebildet“, erläutert der Geschäftsführer des Abwasserverbands, Hans-Ulrich Wiese, das Verfahren.

Ziel war es ebenfalls, dass diese Vererdungsschicht als Dünger verwendet wird. „Bei den vorgenommenen Tests gab es grünes Licht für die Qualität des Erdreichs“, erläutert Wiese. Jetzt ist erneut die Firma Eco-Plant vor Ort und holt das Erdreich aus dem Becken. Das passiert mit einem Langarmbagger, der eine Reichweite von 15 Metern hat. Der schaufelt das Erdreich auf Anhänger, mit denen es auf Felder der Region gebracht wird.

Damit der für den gleichmäßig tiefen Aushub per Laser gesteuerte Bagger sicher durch die Mitte des Beckens kommt, werden so genannte Bagger-Matten ausgelegt. Das sind dicke Holzbohlen, auf denen das Spezialgerät nicht einsinkt. Mittig erreicht der Bagger durch seine große Ausladung so den gesamten Beckenbereich.

Wenn diese Arbeit, für die der Abwasserverband 110 000 Euro bezahlt, erledigt ist, wird dem Becken ein Jahr lang Ruhe gegönnt. „In dieser Zeit soll das Schilf neu austreiben“, beschreibt Wiese die Erwartungen.

Nach der damals zweijährigen Probephase hat der Abwasserverband vier weitere Vererdungsbecken in unmittelbarer Nähe gebaut, die nach dem selben System betrieben werden. Im Abstand von jeweils zwei Jahren sollen auch die ausgebracht werden.

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