Mobile Tempomessung nur elf Meter vor Ortsschild

Blitzer-Standort in Lindau führt zu Ärger

Der Ortausgang von Lindau: Hier blitzt der Landkreis öfters nahe am Ortsschild, um zu verhindern, dass auf der B 247 (vorn rechts im Bild) in Richtung Bilshausen schon im Ort stark beschleunigt wird.
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Der Ortausgang von Lindau: Hier blitzt der Landkreis öfters nahe am Ortsschild, um zu verhindern, dass auf der B 247 (vorn rechts im Bild) in Richtung Bilshausen schon im Ort stark beschleunigt wird.

Moderne Wegelagerei oder doch ein Mittel, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen.

Lindau - Darüber streiten sich die Geister an einer mobilen Geschwindigkeits-Messstelle, die der Landkreis Northeim hin und wieder an der Ortsausfahrt von Lindau in Richtung Bilshausen aufbaut.

So geschehen erst in der vorigen Woche. Doch was einige (geblitzte) Autofahrer besonders aufregt, ist die Tatsache, dass der mobile Blitzer seine Position an der Bundesstraße 247 zwar in der geschlossenen Ortschaft, in der Tempo 50 gilt, bezogen hatte. Allerdings betrug die Entfernung bis zum Ortsausgangsschild von Lindau nur knappe elf Meter.

Eine Position also, an der viele Verkehrsteilnehmer auch aufgrund der folgenden geraden Strecke zwischen Lindau und Bilshausen in der Regel schon etwas beschleunigen, wie Leser Jörg Colmsee schreibt. Der Mindestabstand zwischen Ortsschild und Messstelle müsse 150 Meter laut Verordnung betragen, sagen die Kritiker und und unterstellen dem Landkreis Northeim Wegelagerei, zumal sich in diesem Bereich keine Gefahrenstelle befinde. Das sieht die Kreisverwaltung auf HNA-Nachfrage allerdings anders.

Grundsätzlich solle der Abstand bis zur Messstelle zwar mindestens 150 Meter betragen. Er könne aber in begründeten Fällen – und dazu gehöre das Vorhandensein einer Gefahrenstelle – unterschritten werden, sagt Landkreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer. Das eingesetzte Messgerät habe etwa elf Meter vom Ortsschild entfernt gestanden und mit der Messung in etwa 50 Meter Entfernung begonnen, sodass der Messkorridor insgesamt 61 Meter betragen habe.

In diesen Messbereich falle nicht nur die Ausfahrt eines landwirtschaftlichen Betriebs, von dem regelmäßig Fahrzeuge auf die Ortsdurchfahrt ein- und ausfahren, sondern auch die Einmündung der Lindauer Eichsfeldstraße.

Der Landkreis-Sprecher weiter: „Wenn hier bereits die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschritten wird, entsteht eine Gefahrenstelle.“ Und mit 59 Prozent zu schnell fahrender Fahrzeuge an dieser Stelle sei dieser Eindruck auch bestätigt worden.

Ein Unterschreiten des Abstandes von 150 Metern sei aus diesen Gründen an dieser Stelle in Lindau gerechtfertigt, heißt es weiter von der Kreisverwaltung.

Die Einschätzung, dass es sich hier um eine Gefahrenstelle handele, sei in der Vergangenheit auch schon vom Amtsgericht bestätigt worden.

(Axel Gödecke)

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