Katlenburgerin absolviert ein Ökologisches Jahr an der Ostsee

Arbeiten im Reich der wilden Pferde

Ein Erlebnis der besonderen Art: Finja Baufeldt trifft bei ihrer Arbeit im Ökologischen Jahr zu ihrer Freude öfter auf die Wildpferde.
+
Ein Erlebnis der besonderen Art: Finja Baufeldt trifft bei ihrer Arbeit im Ökologischen Jahr zu ihrer Freude öfter auf die Wildpferde.

Eine junge Frau hat ihr Abitur in der Tasche und ein festes Ziel vor Augen. Nein, es ist nicht die Uni für ein Studium, es ist die Natur in ihrer ganzen Schönheit und Vielfalt. Diesen Wunsch erfüllt sich gerade Finja Baufeldt aus Katlenburg.

Katlenburg – Von ihrem Heimatort hat es sie zur Ostsee gezogen, wo sie ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) absolviert.

Sie ist von Haus aus sehr naturverbunden und mag handwerkliche Arbeit, was ihr dort im Naturschutzgebiet Geltinger Birk zwischen dem bekannten Ort Kappeln und der dänischen Grenze sehr zu gute kommt. „Ich habe darüber eine Reportage gesehen und war begeistert. Genau das wollte ich machen“, sagt die 19-Jährige.

Doch zwischen Wunsch und Wirklichkeit lag noch die Bewerbung. 30 wollten diesen Job, nur drei wurden genommen. Baufeldt war dabei und lebt seit August mit ihren beiden Mitstreiterinnen Helena und Delphine in einer Wohngemeinschaft. Natürlich arbeiten die drei auch zusammen und sind gleichermaßen begeistert von ihrem großen Aufgabengebiet.

Im Vordergrund in der Geltinger Birk steht der Naturschutz in vielfältiger Weise. „Gut, alles ist sinnvoll, aber natürlich macht nicht alles Spaß“, bringt es Baufeldt auf den Punkt. Dabei denkt sie zum Beispiel an die umfangreichen Mäharbeiten auf dem Festland und kleineren Inseln, die als Brutgebiete dienen. Das wird verständlich, wenn man die Katlenburgerin mit dem großen Brielmaier sieht, einem motorgetriebenen Freischneider. Damit werden zum Beispiel Schilf und Gräser gemäht. In dem 700 Hektar großen Gebiet an der Geltinger Förde gibt es eine Besonderheit: Dort lebt eine Herde von 65 Wildpferden mit zwei Leithengsten. „Das ist einfach nur toll“, schwärmt die Katlenburgerin, weil sie diesen Tieren manchmal ganz nah kommen kann, nicht nur bei Führungen. Außerdem gibt es Galloway-Rinder und rund 200 Vogelarten, darunter wieder den Seeadler. All das ist für Finja Baufeldt eine Art Paradies.

Das ist anstrengend: Die Katlenburgerin mit dem großen Mähgerät im Naturschutzgebiet im Einsatz.

Inzwischen hat sie sich dort bestens eingelebt, was anfangs etwas schwierig war, weil sie noch nie länger als 14 Tage von zuhause weg war. Bei einem kurzen Heimaturlaub hat sich Finja Baufeldt um ihre berufliche Zukunft gekümmert. Weil sie schon in Kindertagen daheim gern zusammen mit ihrem Opa gewerkelt hat, könnte sie sich eine Ausbildung in einer Möbelschreinerei vorstellen.

Dort hat Finja Baufeldt schon mal reingeschaut und sich beworben. „Eine Alternative, die mir gut gefallen würde, ist die Glasveredelung. Hauptsache kreativ“, lautet ihre Marschroute.

Die Katlenburgerin hat feste Ziele vor Augen. Im Moment gilt ihre Konzentration natürlich ihrer Arbeit im Naturschutzgebiet an der Ostsee, wo sie außerdem einem geliebten Hobby, der Fotografie, nachgehen kann.

Ja, Talente hat die 19-Jährige viele. Sie ist zum Beispiel auch Deutsche Meisterin mit einer Showtanzgruppe ihrer Mutter (Tanzstudio Baufeldt) geworden, die das Thema Formel 1 auf die Bühne brachte. (Hans-Joachim Oschmann)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.