Mitarbeiter bringen Ventilwächter an

Gemeinde lässt säumigen Zahlern die Luft aus den Autoreifen

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Ventilwächter - Beispiel aus der Stadt Greifswald

Katlenburg-Lindau. Gemeinde Katlenburg-Lindau kündigt Einsatz von Ventilwächtern an.

Säumigen Zahlern soll es in der Gemeinde Katlenburg-Lindau künftig an den Kragen gehen - oder besser gesagt an die Reifen. Wer seine Steuern oder Abgaben nicht ordnungsgemäß beglichen hat, muss demnächst damit rechnen, dass er Besuch von einem Vollzugsbeamten bekommt.

Der wird das Geld nicht direkt eintreiben, sondern einen so genannten Ventilwächter an den Autoreifen montieren. Wie Kämmerin Brigitte Hankel in der Bürgermeister-Dienstversammlung erläuterte, sorgt dieser Aufsatz dafür, dass die Luft aus dem Reifen des Autos entweicht und der säumige Zahler seinen Wagen nicht mehr nutzen kann.

Dieser Weg, an das ausstehende Geld zu kommen, wird laut Hankel auch in anderen Kommunen angewendet. „Wir wollen das Geld bekommen, weil wir sonst drauf zahlen“, lautete ihre Erklärung. „Wer aktuell Zahlungsschwierigkeiten hat, sollte mit uns sprechen. Dann versuchen wir, gemeinsam eine Lösung zu finden“, bot die Kämmerin als Alternative an.

Dazu konnte sich CDU-Sprecher Hans-Dietmar Kreitz eine Anmerkung nicht verkneifen, die für Gelächter sorgte. „Was machen denn die säumigen Zahler, die gar kein Auto haben - müssen die sich extra eins kaufen?“

Sorgen bereitet der Gemeinde mehr und mehr die Pflege öffentlicher Grünflächen durch den Bauhof. „Wir müssen am Standard sparen, können nur noch dort tätig werden, wo es unbedingt notwendig ist“, sagte Bürgermeister Uwe Ahrens. Man müsse also darüber nachdenken, was verzichtbar sei.

Die Idee, Paten in der Bevölkerung für die Pflege einiger Grünflächen - dazu gehören auch Blumenbeete - zu bekommen, werde zwar praktiziert, stoße insgesamt aber auf wenig Gegenliebe, war in der Versammlung zu hören.

Das wundert den Suteroder Willi Wegener nicht. „Es gab einige Bürger, die Flächen gemäht haben. Dann haben sie gesehen, dass es beim nächsten Mal der Bauhof gemacht hat und haben ihr Engagement wieder eingestellt. So kann das natürlich nicht funktionieren.“

Hauptamtsleiter Volker Mönnich empfahl den Suteroder, Wachenhäuser und Lin-dauer Bürgern, sich im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms für private Maßnahmen, die mit bis zu 30 Prozent bezuschusst werden, kostenlos beraten zu lassen. Für Katlenburg steht aktuell kein Geld zur Verfügung.

Außerdem warnte Mönnich vor illegalen Anzeigenwerbern für die neue Info-Broschüre der Gemeinde. „Lieber vorab nachfragen.“

Von Hans-J. Oschmann

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