Aus Debatte über Windenergie soll kein Sturm werden

Kommen die Windräder bei Berka? Dr. Klaus Scherer (Mitte) deutet auf den Bereich des Sonnenbergs, an dem die Windräder gebaut werden könnten. Evelin Martynkewicz und Michael Tschernich setzten sich für eine sachliche Diskussionsrunde ein. Foto:  Oschmann

Katlenburg-Lindau. Geplante Windräder bei Berka: FWG und Tschernich streben sachliche Diskussion und völlige Transparenz an.

„Wer Wind sät, wird Sturm ernten“: Damit dieses Bibelwort aus dem Alten Testament in der Gemeinde Katlenburg-Lindau nicht zur Realität wird, wollen die Freie Wählergemeinschaft (FWG) und Michael Tschernich (parteilos) bei einer sich abzeichnenden Diskussion um die am Sonnenberg bei Berka geplanten Windräder frühzeitig die Weichen für eine sachbezogene und transparente Diskussion stellen.

„Wir wissen natürlich, dass eine Debatte zu diesem Thema emotional schnell hochkochen kann, denn es handelt sich um Windräder mit einer Höhe von 200 Metern“, sagen Evelin Martynkewicz und Dr. Klaus Scherer (beide FWG) sowie Michael Tschernich übereinstimmend.

Die drei sind davon überzeugt, dass die Menschen der Region so früh wie möglich in die Planungen („Alle sollten auf dem gleichen Stand sein!“) einbezogen werden sollten, die sich im Moment noch im Anfangsstadium befinden.

Bis zu sieben Windräder

Es ist bekannt, dass das Unternehmen ABO Wind, ein europaweit aktives Unternehmen mit einem jährlichen Projektvolumen von 250 Millionen Euro für Windkraft und Bioenergie, am Sonnenberg bei Berka bis zu sieben Windräder bauen will (die HNA berichtete). Das hatte Projektentwickler Andre Rotmann bereits vor einigen Monaten auf Nachfrage der HNA bestätigt.

Zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen bereits Gespräche mit den Grundstückseigentümern geführt. Um die Bürger der Gemeinde Katlenburg-Lindau frühzeitig zu informieren, organisiert die Gruppe Freie Wählergemeinschaft Katlenburg-Lindau zusammen mit Michael Tschernich am 24. September voraussichtlich ab 20 Uhr in der Festhalle in Berka eine Info-Veranstaltung zur Windenergie im Allgemeinen und im Besonderen zu diesem Projekt am Sonnenberg.

Wichtig ist den drei Kommunalpolitikern, die mit dem Bau von Windrädern verbundene Problematik von allen Seiten zu beleuchten. Deshalb werden zu der Infoveranstaltung sowohl die Betreiber der geplanten Windenergieanlagen, Vertreter des Landkreises Northeim und der Kommune eingeladen. Experten des Bürgernetzwerkes Energiewende Niedersachsen-Hessen werden ebenfalls dabei sein. Einen umfassenden Einstieg in die Energie-Thematik wird FWG-Vorsitzender Dr. Klaus Scherer geben.

Schärfe nehmen

„Windenergieanlagen sind in der Bevölkerung äußerst umstritten, stellen jedoch ein wichtiges Standbein der Energiewende dar“, stellen Martynkewicz, Scherer und Tschernich heraus. „Über die Sinnhaftigkeit der Anlagen in Gebieten, wo der Wind nachweislich nicht genügend weht beziehungsweise die zu dicht an der Wohnbebauung liegen, wird allerorts heftig gestritten“, lautet ihre Ergänzung.

Sie gehen davon aus, dass das in diesem Fall ähnlich sein könnte, wollen der Diskussion deshalb durch die frühe Bürgerbeteiligung an Schärfe nehmen.

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