„Ich bin einfach nur noch genervt“

Katlenburger bekam Eon-Mahnungen für fremde Wohnung

Sein Schreibtisch liegt voll mit Eon-Briefen: Maik Schmidt aus Katlenburg hat sich mit seinem Frust an die HNA gewendet. Schon wenig später gab es eine klärende Antwort. Foto:  Oschmann

Katlenburg. Katlenburger sollte Energiekosten für Wohnung in Nörten-Hardenberg, bezahlen, die ihm gar nicht gehört.

Über das erste Schreiben des Energieversorgers Eon hat Maik Schmidt noch geschmunzelt. Das Versorgungsunternehmen forderte von ihm 120 Euro für geliefertes Gas. Innerhalb weniger Monate ist die Forderung auf ein Vielfaches angewachsen. Jetzt schmunzelt der Katlenburger nicht mehr.

„Ich bin einfach nur noch genervt“, beschreibt er seine Situation und deutet auf den Schreibtisch vor ihm. Der liegt voll mit Briefen der Eon: Rechnungen, Mahnungen, Zahlungsaufforderungen von einem Anwalt und Androhungen von einem Inkasso-Unternehmen.

Das Kuriose in diesem Fall: Eon fordert von Maik Schmidt Geld für Gas, das in einem Haus in Nörten-Hardenberg verbraucht wurde. Nur: „Ich habe in Nörten weder ein Haus noch eine Wohnung“, sagt Schmidt, der ein Planungsbüro betreibt. Das hat er dem Versorgungsunternehmen schon vielfach versucht, klar zu machen. Bislang allerdings ohne Erfolg.

Natürlich glaubte Schmidt zunächst an eine schlichte Verwechselung, hat die erste Rechnung deshalb einfach ignoriert. Das war im September vergangenen Jahres. Doch es flatterten ihm weitere Briefe auf den Tisch. Der Katlenburger griff zum Telefonhörer und versuchte, die Sache fernmündlich zu klären. Dabei stieß er auf taube Ohren. „Solche Typen wie ihn kenne man schon“, soll sich das Unternehmen geäußert haben.

Immerhin brachte er in Erfahrung, dass sein Name von einem Hausmeister aus Nörten genannt worden sein soll. Aber auch dessen Name brachte ihn nicht weiter.

Neue Mahnungen 

Weiter gingen allerdings die Schreiben und Mahnungen. Und es kam noch dicker für den Katlenburger, denn auf einmal hatte Eon entdeckt, dass für besagtes Haus im Flecken noch ein zweiter Vertrag aus dem Jahr 2013 bestand - ebenfalls mit offenen Beträgen. 

„Zwischenzeitlich sah es fast mal so aus, als hätten die bei Eon ihren Irrtum bemerkt und sich sogar entschuldigt“, berichtet der Katlenburger. Doch wenig später kamen neue Mahnschreiben, gegen die er natürlich Widerspruch einlegte.

Auch einen Anwalt hat Schmidt inzwischen eingeschaltet. „Im Moment weiß ich wirklich nicht, wie es weitergehen soll!“ Das hat jetzt ein Ende.

Hintergrund

Namensgleichheit: Energieversorger entschuldigt sich bei Schmidt

Energieversorger Eon hat spontan auf die HNA-Nachfrage reagiert. Das ist die Antwort: „Wir bitten Herrn Schmidt ausdrücklich um Entschuldigung für den Ärger, den er mit uns hat. Leider ist bei der Bearbeitung ein Fehler passiert - der richtige Vertragspartner heißt ebenfalls M. Schmidt und so ist die Verwechslung zustande gekommen. Leider wurde dieser Fehler bisher nicht behoben, weshalb Herr Schmidt auch immer wieder Mahnungen bekommen hat. Das wird nun alles korrigiert und die falsche Anmeldung storniert. Herr Schmidt erhält von uns ein Entschuldigungsschreiben und auch eine kleine Wiedergutmachung. Wir versichern ihm, dass wir ihn in Zukunft zu der falschen Adresse sicher nicht mehr ansprechen werden.“

Von Hans-J. Oschmann

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.