Innovative Waffe gegen Tumore und Harnsteine

Lindauer Unternehmen setzt mit Lasern in der Urologie-Medizintechnik neue Akzente

Geschäftsführer Carsten Bull zeigt den RevoLix Hybrid-Thulium-Laser.
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Lisa Laser Products bringt in der Corona-Zeit ein neues Lasersystem auf den Markt: Geschäftsführer Carsten Bull zeigt den RevoLix Hybrid-Thulium-Laser.

Um 30 Prozent ist der Umsatz der Lisa Laser Products GmbH aus Lindau aufgrund der Corona-Pandemie eingebrochen. Viel verspricht sich das Unternehmen jedoch von einem neuen, innovativen Produkt, dem RevoLix HTL – Hybrid Thulium Laser.

Lindau - Viele Anwendungsbereiche gibt es für das neue, minimalinvasiv (ohne größere Eingriffe) arbeitende Lasersystem. „Unser neuer Thulium-YAG-Laser ermöglicht es den Urologen, sowohl Tumore als auch gutartige Vergrößerungen der Prostata millimetergenau abzutragen“, erläutert Geschäftsführer Carsten Bull. Mit dem Lasersystem lassen sich zudem Blasen-, Harn- und Nierensteine, die schmerzhafte Koliken verursachen können, zerteilen oder sogar zerstäuben.

„Diese doppelte – hybride – Anwendung hebt uns vom Wettbewerb deutlich ab“, betont Bull. Yag steht für Yttrium-Aluminum-Granat. Es handelt sich um ein Kristall aus zwei Metalloxiden, das eine Gitterstruktur bildet. In ihr lassen sich Ionen der Seltenen Erde Thulium integrieren. Der so erzeugte Laserstrahl hat eine Frequenz von zwei Mikrometern.

Die Lindauer erhoffen sich viel von der Zulassung ihres neuen Produkts auf dem US-amerikanischen Markt, mit der sie in den kommenden Monaten rechnen. „50 Prozent des Umsatzes mit Urologie-Medizintechnik wird in den USA erwirtschaftet“, berichtet der Geschäftsführer.

Derzeit profitiere Lisa Laser vor allem vom stabilen Geschäft in Deutschland. Unverändert gut seien auch die Umsätze mit China, wo das Unternehmen ein Viertel seines Umsatzes (2019: 15 Millionen Euro) mache.

Andere Märkte zögen derzeit wieder an. Die Exportquote der Lindauer, die ihre Laser in 50 Länder ausführen, liegt bei 80 Prozent. Die Zahl der Urologie-Patienten wächst jährlich um sechs bis sieben Prozent. „Die Corona-Zeit ist nicht einfach, aber sie schweißt unser Team zusammen“, betont Bull. Das Unternehmen hat einen Teil der 70 Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt. Noch immer sind nicht alle wieder voll im Einsatz.

Härter traf es die US-amerikanische Muttergesellschaft OmniGuide. Sie hat Lisa Laser Anfang 2018 nach einem Jahr der Verhandlungen von den promovierten Physikern Heinrich-Otto Teichmann und Peter Fuhrberg übernommen, die das Unternehmen vor mehr als 30 Jahren gründeten.

OmniGuide musste 50 seiner 70 Mitarbeiter entlassen. Die Amerikaner stellen Fasern für Urologie-Laser – wie den der Lindauer – her. „Die Corona-Pandemie hat uns gezwungen, viel stärker als bisher auf digitale Medien und Online-Kommunikationstools zurückzugreifen“, nennt der Geschäftsführer eine weitere Folge. Das Unternehmen halte den Kontakt zu Kunden nun vor allem über Video-Vorträge und Webinars. „Das kommt gut an“, betont Bull.

Lisa Laser schütze so die Mitarbeiter, spare Reisekosten und Zeit. Für bis zu 30 Mitarbeiter entstanden Homeoffice-Plätze. „Zuhause lässt sich oft viel besser konzentriert arbeiten“, beobachtet Bull.

Zudem unterstütze die Firma so Familien während der Zeit, in der Kitas und Schulen geschlossen sind. (Michael Caspar)

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