Drei Frauen haben sich dafür ins Zeug gelegt

Die Katlenburger Geschichte ist im Schaufenster zu sehen

Moderne Autos draußen, Katlenburger Geschichte drinnen: Im Schaufenster des ehemaligen Geschäfts Schröder haben Roswitha Steinhoff (mit einer Nachtmütze), Ilse Schwarz und Anne Bohne (von links) viele Schaustücke ausgestellt. Fotos:  Oschmann

Katlenburg. Anne Bohne, Roswitha Steinhoff und Ilse Schwarz dekorieren ein leerstehendes Geschäft mit historischen Leihgaben aus dem Katlenburg. Die Geschichte des Rhumeortes ist quasi im Schaufenster zu sehen.

Verwaiste Schaufenster in leer stehenden Geschäften in Katlenburg? Das muss nicht sein! In diesem Punkt sind sich Anne Bohne, Roswitha Steinhoff und Ilse Schwarz einig. Die drei Damen haben sich mächtig ins Zeug gelegt, um das zu ändern.

Sie haben tief in der Geschichte des Rhumeorts gewühlt, viele historische Möbelstücke und Geschirr zusammengetragen und damit ein kleines aber feines Wohnzimmer eingerichtet. Jeder, der möchte, kann es sich ansehen, denn es steht im Schaufenster des ehemaligen Haushaltswarengeschäft von Günter Schröder an der Herzberger Straße.

Über dem alten und massiven Holzbett von Gerhard Roddewig, das Martin Großkopf auf einem Anhänger angeliefert hat, hängt eine gestickte Decke mit der Aufschrift „Hab Sonne im Herzen“. Gleich daneben steht auf einem Schränkchen eine Waschgarnitur, die aus einer Kanne und einer großen Schüssel besteht.

„Das war so interessant. Schulkinder haben an die Schaufensterscheibe geklopft und danach gefragt, weil sie nicht wussten, dass sich die Menschen darin früher gewaschen haben“, erzählt Anne Bohne mit einem Schmunzeln. Auch einen Nachttopf, der unter dem Bett steht, hatten die Kinder noch nicht gesehen.

Und eine Nachtmütze kannten sie auch nicht. „Die wurde auf den Kopf gesetzt, weil es während der Wintermonate in den Schlafzimmern früher eiskalt war“, berichtet Roswitha Steinhoff., Ilse Stein erinnert sich daran, dass die Fensterscheiben und manchmal auch die Wände damals mit Eisblumen überfroren waren. „Wenn wir wissen wollten, wie das Wetter war, mussten wir erst die Scheibe anhauchen und ein kleinen Guckloch freiwischen.“

Sehenswert: Bei den Kinderschnürschuhen handelt es sich um handgefertigte Teile.

Erinnerungen gibt es zu Hauf: eine alte Nähmaschine, lederne Kinderschnürschuhe, hölzerne Sandalen, alte und schmucke Familienfotos, Tassen, Kaffeekannen, Stühle, Tische und Garderobe.

Das älteste Stück, datiert von 1895, ist ein handgearbeitetes Nähkästchen, das aus Zigarrenschachten gebastelt wurde. Im Vorraum, dem ehemaligen Eingangsbereich des Geschäfts, das Eigentümerin Bärbel Braunschmidt für diesen Zweck gern zur Verfügung gestellt hat, haben Schwarz, Bohne und Steinhoff eine Waschküche mit diversen Utensilien aus alter Zeit eingerichtet. Da werden viele Ältere an ihre Kindertage erinnert.

Den Damen stehen zwei weitere Schaufenster zur Verfügung. Darin machen die örtlichen Kindergärten und der Hort ganz individuell auf sich aufmerksam.

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