HNA-LESERTREFF  zur Bürgermeisterwahl in Katlenburg-Lindau

Leser stellen Kandidaten Fragen zu Burgberg, Feuerwehr und Jugendarbeit

Auf dem Podium beim HNA-Lesertreff in Lindau: (von links) HNA-Redakteur Axel Gödecke, Bürgermeister Uwe Ahrens, Herausforderer Tobias Grote und HNA-Redaktionsleiter Olaf Weiss.
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Auf dem Podium beim HNA-Lesertreff in Lindau: (von links) HNA-Redakteur Axel Gödecke, Bürgermeister Uwe Ahrens, Herausforderer Tobias Grote und HNA-Redaktionsleiter Olaf Weiss.

Amtsinhaber Uwe Ahrens (parteilos/unterstützt von der SPD) und Herausforderer Tobias Grote (CDU) treten bei der Bürgermeisterwahl an. Beim HNA-Lesertreff stellten sie sich und ihre Ideen vor.

Katlenburg-Lindau – Das Interesse der Teilnehmer war groß, zahlreiche Fragen zum Leben in der Gemeinde wurden gestellt. Coronabedingt konnten 50 Leser, die alle einen Nachweis erbrachten, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind, teilnehmen und ihre Fragen an die Kandidaten vorbringen. Moderiert wurde der Abend in der Mehrzweckhalle Lindau von Redaktionsleiter Olaf Weiss und Redakteur Axel Gödecke.

Es ging unter anderem um folgende Themen:

Max-Planck-Institut

Wie geht es mit dem leer stehenden Komplex des ehemaligen Max-Planck-Instituts in Lindau weiter?

Tobias Grote räumt ein, dass es vielleicht ein Fehler gewesen sei, den Komplex an die Chinesen zu verkaufen. Die Gemeinde müsse jetzt Interessenten finden, die Teile des Instituts nutzen wollten und diese dann an einen Tisch bringen.

Einen Abriss des Gebäudekomplexes wolle er nicht. Er könne sich einen Technikpark vorstellen.

Uwe Ahrens berichtet von den Verhandlungen mit den Eigentümern, die nun wohl in der Verkaufssumme von einer Millionen Euro auch etwas nach unten gegangen seien. Man sei fast täglich mit dem zuständigen Makler in Hamburg im Gespräch, doch die Gemeinde könne den Prozess nur begleiten, da sie nicht selbst Eigentümer der Immobilie sei. Es gäbe aber durchaus Interessenten.

Burgberg-Komplex

Wie kann das historische Ensemble auf dem Burgberg in Zukunft genutzt werden?

Man habe einen Makler beauftragt, ein Konzept für den Burgberg-Komplex zu entwickeln, berichtet Ahrens. Wenn dies dann auch wirtschaftlich sei, würden sich sicher Interessierte finden, die das umsetzen würden, zeigt er sich optimistisch.

Auch Grote schreibt der Burg „riesiges Potenzial“ zu, die wieder mit mehr Leben gefüllt werden müsste. Es werde aber vermutlich nicht eine Gesamtlösung geben, sondern Einzellösungen. So könne er sich ein kulturelles Begegnungszentrum im ehemaligen Schweinestall vorstellen, denn so eine Einrichtung würde in Katlenburg-Lindau noch fehlen.

Ahrens verwies in diesem Zusammenhang auf den neu gegründeten Kulturstammtisch, dessen Veranstaltung coronabedingt aber nicht stattfinden konnte.

Junge Familien

Was wird gemacht, um die Gemeinde für junge Familien attraktiver zu machen?

Tobias Grote lobt die gute Vereinskultur, diese sollte auch in ihrer Jugendarbeit mehr unterstützt werden. Die Anregung einer Teilnehmerin, eine Art Jugendbeirat zu etablieren, griff er gern auf. Voraussetzung sei aber, dass es genügend Jugendliche geben müsste, die sich politisch einbringen würden und auch, dass dieses Gremium dann entsprechende Kompetenzen erhalten müsste. Ahrens verweist darauf, dass schon jetzt über den Jugendausschuss Mitsprache möglich sei. Über eigene Budgets für die Jugendpflegen sei bereits diskutiert worden.

Grote kritisiert, dass es zum Jahresanfang einen Engpass bei den Krippenplätzen gegeben hätte. Hier möchte er eine vorausschauendere Planung haben. Uwe Ahrens hält dem entgegen, dass der Trend, sein Kind schon mit einem Jahr in die Krippe zu schicken, so nicht absehbar gewesen sei und man „in Rekordzeit“ eine Lösung herbeigeführt hätte. Einen weiteren Ausbau im Krippenbereich hält er aber auch für erforderlich.

Einen Ganztagsschulbetrieb in der Burgbergschule kurzfristig umzusetzen halten beide Kandidaten nicht für erforderlich. Es funktioniere mit dem dortigen Hort gut. Mit Blick auf junge Familien warb Ahrens für den Glasfaserausbau. Damit hätte die Gemeinde ein „Ass im Ärmel“, wenn er gelänge.

Gewerbegebiete

Einig sind sich beide Kandidaten, dass die Gemeinde neue Gewerbegebiete braucht. Es gebe Firmen, die sich ansiedeln wollten. Ahrens verwies darauf, dass es schon einen Aufstellungsbeschluss für Katlenburg gebe, es dauere aber, diesen umzusetzen. Man sei in Gesprächen mit dem Landkreis.

Feuerwehrhaus Berka

Das Feuerwehrhaus in Berka entspricht nicht mehr den heute erforderlichen Standards. Deshalb stellt sich die Frage, wie es für die Zukunft ausgerichtet werden soll?

Uwe Ahrens berichtet, dass es schon verschiedene Planungen für das Feuerwehrhaus gegeben hätte, die aber teilweise an den Nachbarn gescheitert seien. Jetzt sei aber ein Ausbau geplant, damit sei man auf einem guten und auch finanzierbaren Weg. Anders sieht das Tobias Grote. „Das Feuerwehrhaus in Berka ist eigentlich keins“, so Grote. Die jetzt geplante Ausfahrt passe nicht in das Ensemble mit der benachbarten Kirche. Deshalb spreche er sich ganz klar für einen Neubau aus, auch wenn dieser teuer sei.

Beurteilung der Bürger

Zum Abschluss wurden beide aufgefordert, die Bürger der Gemeinde zu beschreiben. Grote nannte sie „charmant“. Keiner würde mehr als Zugezogener gezählt und man sei allen gegenüber aufgeschlossen Ahrens betonte die Wertschätzung, die man sich entgegenbringen würde. Es seien ein gutes Miteinander und eine gute Vereinskultur vorhanden. Beide lobten zudem das große ehrenamtliche Engagement.

Amtszeit dauert fast zehn Jahre

Amtsinhaber Uwe Ahrens (parteilos) wurde im September 2005 zum Bürgermeister der Gemeinde Katlenburg-Lindau gewählt, der Amtsantritt erfolgte aber erst zum 1. Dezember des Jahres, weil die Dienstzeit des Amtsvorgängers dann erst endete.

2013 wurde Ahrens für weitere acht Jahre in seinem Amt bestätigt. Seine Amtszeit endet erst am 31. November 2021. Bei der jetzigen Kommunalwahl, die ja bereits am 12. September stattfindet, werden die Bürgermeister zwar in der Regel für fünf Jahre gewählt. Nach dem neuen Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz gilt die Fünf-Jahres-Wahlzeit aber nicht, wenn die Amtsperiode des amtierenden Bürgermeisters noch läuft. Bei Ahrens ist das bis zum 1. Dezember der Fall.

Die Amtszeit des künftigen Bürgermeisters Katlenburg-Lindau betrage deswegen sowohl die nächste, in diesem Fall noch laufende Amtsperiode als auch die Folgeperiode bis zum 31. Oktober 2031, erklärte Ahrens zum Schluss des Lesertreffs. Es gebe aber die Option nach fünf Jahren auszuscheiden.

Er selbst stünde auf jeden Fall für fünf Jahre, wenn er wiedergewählt würde, als Gemeindebürgermeister zur Verfügung. Dann wolle er sehen, wie es um seine Gesundheit stehe, und davon abhängig machen, ob er noch fünf weitere Jahre Bürgermeister bleiben werde.

Ein Ausscheiden zum 31. Oktober 2026 kommt für seinen Herausforderer Tobias Grote nicht infrage. Er werde auf jeden Fall die ganze Wahlzeit, also neun Jahre und elf Monate zur Verfügung stehen, erklärt er dem Publikum. (von Rosemarie Gerhardy)

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