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Forderung der Gemeinde: Kreis-Sparkasse soll Filial-Schließung in Lindau zurücknehmen

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Von: Axel Gödecke

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Die Ortschaft Lindau aus der Vogelperspektive.
Die Ortschaft Lindau aus der Vogelperspektive. © Gödecke, Axel

Die dauerhafte Schließung auch der Lindauer Filiale der Kreis-Sparkasse Northeim (KSN) führt weiter zu Unmut in der Gemeinde Katlenburg-Lindau.

Katlenburg-Lindau – Der Gemeinderat und auch der Ortsrat des 1720 Einwohner zählenden Fleckens Lindau haben jetzt dazu eine Protest-Resolution an den Bankvorstand und den Verwaltungsrat einstimmig verabschiedet.

Der KSN-Vorstand und der Verwaltungsrat des Geldinstituts werden in dem von Bürgermeister Uwe Ahrens und Ortsbürgermeister Rainer Schmidt unterzeichneten Schreiben aufgefordert, die beabsichtigte Schließung der KSN-Filiale in Lindau zu unterlassen.

Uwe Ahrens, Bürgermeister Katlenburg-Lindau
Uwe Ahrens, Bürgermeister Katlenburg-Lindau © Roland Schrader

Gemeinde und Ortsrat seien vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Dies entspreche nicht den Erwartungen an ein kommunales, öffentlich-rechtliches Kreditinstitut. Gemeinde- und Ortsrat führen noch weitere Argumente gegen die Schließung an:

-  Selbstverständlich müsse sich auch die KSN am Markt behaupten, allerdings weise deren Bilanzsumme 2021 einen Anstieg um 210 Millionen Euro auf 1,78 Milliarden Euro auf. Zudem sei die KSN eine der ertragreichsten Sparkassen in ganz Niedersachsen (Betriebsergebnis 2021: 13,7 Millionen Euro, Anm. d. Red.). „Dieses allein rechtfertigt schon nicht die großflächige Schließung ihres Filialnetzes“, so die Resolution.

-  Es sei es gesetzliche Aufgabe von Sparkassen, breiten Bevölkerungsschichten in der Fläche Möglichkeiten der Geldanlage anzubieten, den Zahlungsverkehr auszuführen und örtliche Kreditbedürfnisse zu bedienen.

-  Die Erzielung von Gewinn sei nicht Hauptzweck des Geschäftsbetriebes der KSN. Die genannten rechtlichen Vorgaben stünden im direkten Gegensatz zur Filialschließung und zum Erhalt der Daseinsvorsorge in den Dörfern.

-  Die KSN-Filiale in Lindau stelle keinen lieb gewonnenen Luxus dar, sondern sei existentielle Grundlage für die Zukunftssicherung des Fleckens Lindau. Ihre Schließung werde „dramatische Verschlechterungen“ für die Bevölkerung, für die Gewerbetreibenden, die örtlichen Vereine sowie Berufspendler nach sich ziehen.

Rainer Schmidt
Rainer Schmidt , Ortsbürgermeister von Lindau (Kreis Northeim) © privat / nh

Für das ganze Gemeindegebiet würden derzeit Fördergelder eingeworben, um die Gemeinde Katlenburg-Lindau zukunftsfähig aufzustellen, fahren Rat und Ortsrat in der Resolution fort. In der Dorfregion „Wir im Rhumetal“, zu der auch Lindau gehöre, sowie im Rahmen des Sofortprogramms „Perspektive Innenstadt“ liefen aktuell EU- und andere Dorfentwicklungsprogramme, die Perspektiven für die Einwohner wie auch für Neubürger aufzeigen sollen. Darüber hinaus liefen Bestrebungen, die Kindertagesstättenbetreuung und die Nahversorgung in Lindau auszubauen und zu sichern sowie neue Gewerbeflächen auszuweisen.

Die beabsichtigte Schließung der KSN in Lindau bedeute konterkariere diese Bemühungen. Sie bedeute eine Schwächung des Dienstleistungssektors und setze ein falsches Signal.

Nicht zuletzt habe die KSN auch die regionalpolitischen Ziele ihres Trägers, des Landkreises Northeim, zu unterstützen. Im Regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises sei Lindau als Grundzentrum ausgewiesen, dazu gehöre auch eine entsprechende Versorgung mit Bankdienstleistungen.

Insgesamt ergehe daher der eindringliche Appell an die KSN mit ihrem Vorstand und Verwaltungsrat, die Entscheidung zur Schließung der Filiale Lindau zu revidieren, so der abschließende Wortlaut der einstimmig verabschiedeten Resolution.

7 Filialen sollen geschlossen bleiben

Nach Überfällen auf die KSN-Filialen in Höckelheim und Sudheim waren diesen beide Geschäftsstellen sowie die in Lindau, Düderode, Kalefeld, Sebexen und Volpriehausen geschlossen worden, aus Sicherheitsgründen, wie es damals hieß. Anfang April verkündete die KSN, diese sieben Filialen einschließlich der Geldautomaten nicht wieder zu öffnen. Die Filialen (mit teils je nur drei Kunden an den zwei Tag pro Woche, an denen halbtags geöffnet war) als auch die Automaten würden zu wenig genutzt, hieß es zur Begründung. (Axel Gödecke)

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