Romanautor lässt diesmal eine Kollegin sterben

Roland Lange aus Katlenburg veröffentlicht seinen achten Krimi

Roland Lange hält sein Buch der Fall Satory in der Hand
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Roland Lange mit seinem neusten Werk: Diesmal geht es um einen Mord im Krimi-Autorenmilieu.

Je älter er wird, desto schneller wird er: Roland Lange ist in seinem neusten und von seinen Fans heiß ersehnten Harzkrimi – dem achten in dieser Reihe – seiner Zeit voraus.

Katlenburg - Spielten seine bisherigen Geschichten stets in der Vergangenheit und Gegenwart, so blickt er in seinem jüngsten Werk „Der Fall Sartory“ jetzt einige Monate nach vorn. Das Buch ist gerade erschienen, die Handlung spielt hingegen im September 2020.

Alles war so schön geplant. Das von diversen Autoren-Lesungen an verschiedenen Orten der Region geprägte traditionelle Mordsharz-Festival feiert in diesem Jahr seinen zehnten Geburtstag, oder besser gesagt – hätte gefeiert. Für den Katlenburger Autor Roland Lange sollte dies die Plattform und Spielwiese für seinen neusten Krimi werden. Doch dann kam die Corona-Pandemie und machte dem 65-Jährigen und seinem Verlag einen Strich durch die Rechnung.

„Ich hatte geplant, meinen Krimi quasi als Geburtstagsgeschenk zum Mordsharz-Festival auf den Markt zu bringen“, war seine ursprüngliche Vorstellung. Und ja, der Krimi war bereits fertig geschrieben, als Corona dazwischen funkte. Eine Folge: Das Mordsharz-Festival, das in diesen Wochen laufen sollte, wurde abgesagt. Damit war vieles über den Haufen geworfen, was Lange bereits in Worte gefasst hatte.

„So können wir das nicht lassen“, lautete der Einwand seiner Lektorin vom Prolibris-Verlag. Also setzte sich der Katlenburger erneut in sein kleines Gartenhäuschen, in dem fast all seine Gedanken in die Computertastatur fließen, und schrieb einige Passagen um, ohne die Handlung zu verändern. Roland Lange erdreistet sich dabei, am großen Zeitrad zu drehen.

Doch nicht nur das. Er macht das, was die meisten im Moment dringend herbeisehnen: Lange lässt die Corona-Pandemie einfach abklingen, hebt die Hygiene-Beschränkungen kurzerhand auf und verlegt das Festival in die Zukunft, nämlich in den September dieses Jahres. Die Lesungen mit seinen Autoren-Kollegen, die es alle real gibt, im Buch jedoch andere Namen tragen, laufen also an und bis dato auch reibungslos. Dann kündigt das Programm den Auftritt von Carolin P. Sartory an, die im Frühjahr mit „Die Festung der Schafe“ einen Bestseller gelandet hat. Ihr Auftritt im Kloster Walkenried, einem realen Lese-Ort, ist natürlich mit großen Erwartungen verbunden. Doch die Frau erscheint nicht zu ihrem Termin und bleibt vorerst spurlos verschwunden.

Der Titel des Buches „Der Fall Sartory“ macht kein Geheimnis daraus, dass die Bestsellerautorin nicht mehr unter den Lebenden weilt. Klar, einen Krimi von Roland Lange ohne Mordopfer gibt es nicht. Das wäre ja auch noch schöner, schließlich will er seinen Freund und Hauptkommissar Ingo Behrends nicht arbeitslos machen. Der kommt zunächst durch seine Frau und von ihr gewonnenen Freikarten völlig unbeteiligt zu einer Lesung, nichts ahnend, dass ihn das Mordsharz-Festival nur kurze Zeit später beruflich voll in Anspruch nehmen wird.

Wer Roland Lange kennt, weiß, dass dieser Fall für den Hauptkommissar kein Zuckerschlecken wird, denn einfach zu lösende Fälle sind keine Sache des Katlenburgers. Der 65-Jährige verstrickt alle verdächtigen Personen, Spuren, Aussagen und Vermutungen zu einem undurchsichtigen Gewusel. Und immer, wenn etwas Licht ins Dunkel zu kommen scheint, lässt Lange diese Hoffnungsblase skrupellos platzen. Der Katlenburger hat halt immer einige „lose Fäden“ (so formuliert er es) im Repertoire, bis auch dieser Fall gelöst wird.

Service: „Der Fall Sartory“ ist mit 334 Seiten der bislang dickste Harzkrimi des Katlenburgers. Er ist im Prolibris-Verlag erschienen, hat die ISBN 978-3-95475-204-1 und ist ab sofort in den regionalen Buchhandlungen für 14 Euro zu bekommen.

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