Lindau kämpft um Einkaufsmarkt

Auf dem freien Feld neben dem Bauernhof Linnekuhl (rechts) soll der Supermarkt entstehen: Ein Investor aus der Region hat die Fläche bereits gekauft, ein Betreiber steht bereit. Nur die Vorschriften verhindern den Baustart. Fotos:  Wiese/nh / Oschmann

Lindau. Den Lindauern schwillt der Kamm: Nach jahrelangen und bislang vergeblichen Bestrebungen, einen neuen Einkaufsmarkt in den Eichsfeldort zu bekommen, sind jetzt nahezu alle Weichen dafür gestellt.

Doch kurz vor dem Ziel lässt die nötige Genehmigung aufgrund von Vorgaben des Landes weiter auf sich warten. Genau deshalb sind die Lindauer sauer. Ortsbürgermeister Heinrich Schmidt (CDU bezeichnet die Verordnung sogar als „Lachnummer“.

„Seien Sie sicher, dass Ortsrat und Gemeindeverwaltung nichts unversucht lassen, um die Nahversorgung in unserem Ort wieder sicherzustellen. Nach vielen Hoffnungsschimmern und Rückschlägen schien der Bau des Supermarktes jetzt zum Greifen nah. Ein Investor steht bereit, der am Ortsausgang Richtung Bilshausen einen 1000 Quadratmeter großen Supermarkt mit angeschlossenem 500 Quadratmeter großen Drogeriemarkt bauen möchte“, schildert Ortsbürgermeister Heinrich Schmidt die aktuelle Situation in einem leuchtend gelben Info-Brief an die Einwohner.

Hinderungsgrund ist das niedersächsische Landesraumordnungsprogramm. Danach darf die Verkaufsfläche eines Marktes am Ortsrand nicht mehr als 800 Quadratmeter betragen. Doch diese Größenordnung ist von Betreibern der Märkte schon lange nicht mehr gewollt. Die bauen heute in größeren Dimensionen.

1000 Quadratmeter ist das Minimum. Doch wenn ein Markt so groß werden soll, dann soll er laut Raumordnungsprogramm bitteschön im Ortszentrum und nicht am Ortsrand errichtet werden, ist darin festgelegt.

Schmidt merkt an, dass gerade mehrere Millionen Euro in die Stadtsanierung des Eichfelddorfes geflossen sind, um das historische Ortsbild auf Dauer zu erhalten und zu verbessern. „Da passt doch kein Supermarkt ins Bild.“

Unterstützung bekommt Schmidt von Gemeindebürgermeister Uwe Ahrens. „Das Landesraumordnungsprogramm geht an der Realität vorbei, ist nicht mehr zeitgemäß.“ Doch die Kritik ändert nichts an den Fakten. Jetzt muss die Verwaltung ein Einzelhandelskonzept für die ganze Gemeinde erstellen lassen, in dem festzustellen ist, ob der Lindauer Markt tragfähig wäre.

Heinrich Schmidt gibt sich weiter kämpferisch, will unbedingt den Markt am vorgesehenen Standort verwirklicht sehen. „Ich verspreche Ihnen, wir werden hart daran arbeiten, dass der Lindauer Einzelhandel nicht an einem realitätsfremden Gesetz und letztendlich an 200 Quadratmetern scheitert.“

Lesen Sie auch: Discounter und Drogeriemarkt für Lindau rücken näher

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