Gebäude mit 500 Räumen

Wer möchte das Max-Planck-Institut in Lindau kaufen?

Die Immobilie ist riesig: Zum ehemaligen Komplex des Max-PlanckInstituts für Sonnensystemforschung in Lindau, das seit Mai leer steht, gehört unter anderem der Hörsaal, der am Mittwoch besichtigt wurde. Foto:  Oschmann

Lindau. Das Gebäude des Max-Planck-Instituts am Lindauer Ortsrand mit 500 Räumenam steht für 1,57 Millionen Euro zum Verkauf.

„Eins ist klar: Es handelt sich hier nicht um ein Einfamilienhaus in bester Lage, das sich gut und schnell veräußern lässt“, sagte Katlenburg-Lindaus Bürgermeister Uwe Ahrens als Einstimmung zur Besichtigung des seit Mai leer und zum Verkauf stehenden Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung (MPS) am südlichen Ortsrat von Lindau.

Genau das ist das Problem, das auch dadurch nicht geschmälert wird, dass für das 13 000 Quadratmeter große Hauptgebäude, in dem Weltraum-Projekte wie die gerade aktuelle Rosetta-Mission entwickelt wurden, zu einem „Schnäppchenpreis“ von 1,57 Millionen Euro zu haben ist. „Für einen entsprechend großen Neubau müssten 25 bis 30 Millionen Euro ausgegeben werden“, erläuterte der von der Max-Planck-Gesellschaft mit dem Verkauf beauftragte Makler Reinhard Freytag.

107 000 Quadratmeter

Der 1968 eingeweihte Gebäudekomplex ist riesig, beinhaltet etwa 500 Räume, darunter einen Hörsaal. Das gesamte Terrain umfasst 13 Flurstücke auf 107 000 Quadratmetern, von denen acht verkauft sind – überwiegend jedoch ohne Bebauung.

Vor dem Besichtigungstermin am Mittwoch, zu dem neben möglichen Kaufinteressenten Vertreter von Behörden – unter anderem aus dem niedersächsischen Wirtschaftsministerium – und diverser Medien erschienen waren, habe es laut Freytag schon Anfragen aus verschiedenen Branchen für die Immobilie gegeben. „Es gibt durchaus Interesse an einigen Teilbereichen wie der Fahrzeughalle, die Gesellschaft will den Komplex aber möglichst nur komplett veräußern“, sagte Freytag. Es spreche allerdings nichts gegen eine Aufsplittung an mehrere Käufer. Auch ein Investor, der alles übernehme und dann weiter veräußere, sei willkommen.

Perspektive

Dass der Standort Perspektive bietet, wie zu hören war, hat bislang noch niemanden überzeugt. Deshalb gibt es vor allem im Eichsfeldort Lindau Befürchtungen, dass das ehemalige MPS zur Ruine verkommen könnte. „Wir wollen mit passenden Rahmenbedingungen alles tun, damit es nicht so weit kommt“, warf Uwe Ahrens ein. Auch Stefan Wolfgang vom Landkreis Northeim sagte einem potenziellen Käufer die Unterstützung von der Wirtschaftsförderung der Behörde zu.

Optimismus

Ein wenig Optimismus versprühte auch Tanja Keller von der Bauabteilung der Max-Planck-Gesellschaft mit Sitz in München. „Bisher ist es immer gelungen, nicht mehr genutzte Gebäude zu veräußern.“

Von Hans-J. Oschmann

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