Ehemaliges Max-Planck-Institut bleibt Problemfall

Ministerium bestätigt das Aus für Flüchtlingsunterkunft in Lindau

Aus und vorbei: Das Max-Planck-Insitut in Lindau ist als Flüchtlingsunterkunft aus dem Rennen. Archiv-Foto: Jelinek

Lindau. Die Flüchtlingsunterkunft im Rhumeort ist vom Tisch. Das freut in Lindau viele. Dafür bleibt die leer stehende Immobilie weiter ein Problemfall.

Jetzt ist es amtlich: Im ehemaligen Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Lindau wird definitiv keine Flüchtlingsunterkunft eingerichtet. Das bestätigte am Montagmittag der Pressesprecher des Niedersächsischen Innenministeriums, Matthias Eichler, auf Anfrage der HNA.

„Die Liegenschaft spielt für uns aktuell keine Rolle mehr“, sagte Eichler. Das Konzept des Ministeriums sei so ausgelegt, dass die vorhandenen Kapazitäten an Flüchtlingsunterkünften ausreichend seien. „Das trifft auch dann zu, wenn die derzeit rückläufigen Flüchtlingszahlen in absehbarer Zeit wieder ansteigen sollten.“ Jetzt eine zusätzliche Immobilie zu kaufen und herzurichten wäre also absolut nicht vertretbar gewesen.

Für Katlenburg-Lindaus Bürgermeister Uwe Ahrens hat die Absage des Innenministeriums zwei Gesichter. „Natürlich werden der Bevölkerung mit dem Rückzieher erhebliche Befürchtungen und Ängste genommen, die mit der Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft verbunden gewesen wären“, sagt der Verwaltungschef. Unberührt davon würde die Gemeinde alles unternehmen, um Flüchtlinge nicht nur gut unterzubringen, sondern auch bestmöglich zu integrieren.

Nach dem neusten Stand der Dinge bleibe die Immobile des ehemaligen Max-Planck-Instituts ein großes Problem, da man jetzt wieder bei Null angekommen sei. Ein Verkauf und eine Nachnutzung mit Arbeitsplätzen wäre wünschenswert. „Wenn es Arbeitsplätze gibt, bleiben auch die Leute hier“, sagt Ahrens.

Für Lindaus Ortsbürgermeister Heinrich Schmidt steht fest: „Wir haben jetzt ein Problem weniger!“ Er befürchtet allerdings, dass der Gebäudekomplex am Ortsrand zu einer Ruine verkommen wird. „Alle Versuche, die Immobilie zu verkaufen, sind gescheitert. Daran dürfte sich kaum etwas ändern. Ein Abriss wäre wohl die beste Lösung“, sagte Schmidt.

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