Roland Lange stellt Harzkinder vor

Wenn Behörden die Kinder entführen: Krimi taucht in dunkles Kapitel der DDR ein

Krimi-Autor Roland Lange  am Schreibtisch mit seinem neuen Buch „Harzkinder“.
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Roland Langes neues Buch „Harzkinder“ liegt vor. Für ihn bedeutet das Geschehene „ein erschütterndes Kapitel DDR-Geschichte“.

Autor Roland Lage aus Katlenburg stellt seinen neuesten Krimi vor. „Harzkinder“ beruht auf wahren Begebenheiten um entführte Kinder in der DDR.

Katlenburg – Schon das Cover des neuen Buches von Roland Lange lässt erahnen, dass es sich um eine dunkle Geschichte handelt. Zu sehen ist eine an schwarzen Ketten befestigte Schaukel mit einem verwitterten Holzsitz, darauf ist der Schriftzug Harzkinder zu lesen, der Titel des Kriminalromans. Die Schaukel ist leer, ihr Schatten hingegen nicht: Dort zeichnet sich die Silhouette eines darauf sitzendes Kindes ab.

Der Katlenburger Autor greift in seinem neusten Werk ein schwarzes Kapitel der deutschen Geschichte auf: die erschütternden Machenschaften des DDR-Systems und ihre Folgen, die bis in die heutige Zeit hineinreichen.

Obwohl die Handlung der „Harzkinder“ für Lange typisch auch im Harz spielt, handelt es sich nicht um einen seiner bekannten Harzkrimis, die ihm in den vergangenen Jahren viele Fans beschert haben.

Seinen bekannten und beliebten Hauptkommissar Ingo Behrends, der in Langes erst vor wenigen Wochen erschienen jüngstem Werk „Der Fall Sartory“ erfolgreich Mordfälle aufgeklärt hat, gönnt der 65-jährige Katlenburger eine Pause. „Ich wollte mich bewusst auf neue Wege begeben und mein bisheriges Schaffen verändern“, lautet seine Begründung. So ist sein neues Buch auch in einem anderen Verlag (Niemeyer) erschienen.

Die neue Geschichte berichtet von einem vierjährigen Jungen namens Sascha, der auf einem winterlichen Ausflug im Thüringer Wald spurlos verschwindet. Seine Mutter Hanka Altmann glaubt an eine Entführung durch DDR-Behörden, bei denen solche Aktionen und Zwangsadoptionen zum Alltag gehörten. „Die Story basiert auf einer wahren Begebenheit, die man im Internet recherchieren kann“, erläutert Lange. Er hatte sogar Kontakt zu dieser Frau.

Hanka Altmann, die amtlicherseits mehrfach aufgefordert wurde, ihren Sohn für tot erklären zu lassen, sich dem jedoch strikt widersetzte, ging immer davon aus, dass ihr Sascha lebt. 40 Jahre später glaubt sie, ihren Sohn in einem Mann namens Erik Galland zu erkennen, verliert ihn jedoch aus den Augen.

Sie engagiert den Privatdetektiv Stefan Blume, der Angst hat, mit seiner eigenen DDR-Vergangenheit konfrontiert zu werden. Er spürt den Sohn trotzdem auf, Mutter und Sohn treffen sich, haben jedoch kaum Gemeinsamkeiten.

Erik Galland sammelt in der Neonazi-Szene als V-Mann Informationen für den Verfassungsschutz. Dann werden drei seiner Weggefährten ermordet und er fürchtet um sein eigenes Leben.

Jede handelnde Person hat eine eigene intensive Geschichte, die ihren Ursprung in der DDR-Geschichte hat. Lange verstrickt diese zu einem höchst spannenden Kriminalroman mit wahren Hintergründen.

Die Geschichte der „Harzkinder“, die ab sofort im Buchhandel und online erhältlich ist, hat der Katlenburger schon seit einiger Zeit fertig. Lange wäre nicht Lange, wenn er nicht schon eine Fortsetzung im Kopf hätte. Zentrale Figur wird dabei Privatdetektiv Stefan Blume sein.

Dieses Werk muss er bis zum April kommenden Jahres an den Niemeyer-Verlag abliefern, es soll 2021 auf den Markt kommen. „Einen neuen Harzkrimi mit Ingo Behrends wird es im nächsten Jahr nicht geben“, verrät der 65-Jährige.

Das Buch „Harzkinder“, ISBN 978 3-8271-9575-3, hat 370 Seiten und kostet 13 Euro. Hans-Joachim Oschmann)

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