Hochwasser im Landkreis Northeim

Serie Hochwasserschutz (7): Katlenburg-Lindau hat viel investiert

Überschwemmung im Dorf: So sah es am 7. Juli 2007 in Gillersheim aus.
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Überschwemmung im Dorf: So sah es am 7. Juli 2007 in Gillersheim aus.

Sicherheit ist immer relativ, sagt Katlenburg-Lindaus Bürgermeister Uwe Ahrens. Bei 200 Millimeter Niederschlag pro Quadratmeter komme es auf den Zeitraum und die örtliche Ausdehnung an.

Katlenburg-Lindau – Je kürzer der Zeitraum, desto wahrscheinlicher seien Überflutungen, und bei 200 Millimeter in wenigen Stunden an einem Ort könnten Überflutungen wohl nirgends verhindert werden.

Trotzdem ist in der Gemeinde in Sachen Hochwasserschutz schon viel erreicht worden. Die Rhume bei Katlenburg, Berka und Lindau ist schon seit Mitte der 1990er-Jahre eingedeicht, diese Orte deswegen gegen Hochwasserwellen wie noch in den 1980er-Jahren weitgehend gesichert. Außerhalb der Ortschaften sowie in den Baugebieten sind etliche Rückhaltebecken, gebaut worden.

Allein bei Gillersheim nach dem starken Hochwasser im Jahre 1989 fünf Becken, bei Katlenburg beispielsweise nach und nach drei. Für Baugebiete würden Rückhaltungen auf dem Grundstück mittlerweile vorgegeben, betont Ahrens. Die Überschwemmungsgebiete im Gemeindegebiet seien alle überarbeitet worden und auf dieser Basis gesichert.

Hochwasserschutz in Katlenburg-Lindau: Schadensereignisse sind zum Anlass genommen worden, die Situation ingenieurtechnisch untersuchen zu lassen

Die Säuberung der Ablaufschächte in der Gemeinde geschehe regelmäßig durch ein Unternehmen. In der Vergangenheit habe es an verschiedenen Stellen dennoch lokale Starkregenereignisse gegeben, die Schäden verursacht hätten, fährt der Bürgermeister fort. So zum Beispiel in Gillersheim und Wachenhausen nach 1989 nochmal 2007, in Wachenhausen auch noch einmal 2014.

All die Schadensereignisse seien zum Anlass genommen worden, die Situation ingenieurtechnisch untersuchen zu lassen. Etliche Maßnahmen seien in den vergangenen Jahren umgesetzt worden, insbesondere in Gillersheim, wo zum Beispiel an der Angermühle ein Ableitungsbauwerk gebaut worden sei.

An der Rotwiese seien Flutmulden entstanden, am Bach die Ufer gesichert und an der Emil-Koch-Straße die Brücke erneuert worden. In Wachenhausen seien unter anderem ein Einlaufbauwerk vergrößert und eine Flutmulde am Gemeindeverbindungsweg nach Suterode geschaffen worden, und es habe Gespräche mit Landwirten bezüglich der Bestellung der Felder gegeben.

Einwohner, so Ahrens, sollten aber auch über Versicherungsschutz gegen Elementarschäden nachdenken. Die Serie Hochwasser wird bis kommenden Samstag (21.08.21) um jeweils 9 Uhr fortgesetzt. (Axel Gödecke)

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