Schule seit über 50 Jahren geschlossen

Ehemalige treffen sich heute noch: Siedlerschule war ein Ehestifter

So war’s beim jüngsten Treffen: Auf dem Burgberg tauschten die ehemaligen Schüler Erinnerungen aus. Siglinde Postler ist die Frau in der roten Jacke. Neben ihr auf dem Rollator sitzt Inge Strauss, ihr Mann steht rechts außen. Auch dieses Ehepaar hat sich auf der Burg in Katlenburg kennengelernt . Foto: Dorothee Postler/nh

Katlenburg. Die Lehranstalt wurde bereits 1963 geschlossen, aber die ehemaligen Schüler treffen sich noch immer auf der Katlenburg

Auf der historischen Katlenburg wurden in früheren Jahren einige Grundsteine für spätere Ehen gelegt. Passiert ist das in der damaligen Siedlerschule, die von 1952 bis 1963 im Hauptgebäude des Komplexes untergebracht war.

Eine, die sich mit diesem Thema bestens auskennt, ist Siglinde Postler. Die Frau, die auch 52 Jahre nach der Schließung der Schule bis heute die jährlichen Treffen der ehemaligen Schüler organisiert, hat dort oben auf der Burg in Katlenburg „ihren Martin“ kennengelernt und später geheiratet. „Ich war zwar nicht parallel mit ihm in der Schule, sondern habe ihn bei einem späteren Treffen gesehen und mich in ihn verliebt“, berichtet die 76-Jährige, die in Gestorf bei Hannover lebt und seit zwei Jahren verwitwet ist. Insgesamt haben sich auf der Burg acht spätere Ehepaare kennengelernt.

Von der Siedlerschule schwärmt Siglinde Postler, die im zweiten Jahrgang nach der Gründung in Katlenburg war, noch immer. „Die Schule hat uns soviel gebracht“, sagt sie rückschauend. „Wir waren wie eine große Familie.“ In die bezieht sie nicht nur die Schüler, sondern auch die Lehrer und das übrige Personal ein.

Die Bundessiedlerschule, die vom Bund finanziert wurde, war 1952 gegründet worden, um Aussiedlern und Flüchtlingen eine Ausbildung zu vermitteln. Für die Männer stand laut Siglinde Postler Landwirtschaft, für die Frauen Hauswirtschaft auf dem Lehrplan. Die stammten überwiegend aus landwirtschaftlichen Familien, erläutert Postler, und hätten auch danach entsprechend Arbeit gefunden.

Grenzen dicht, Schule zu 

Die Schule wurde 1963 geschlossen, nachdem die Grenzen gen Osten geschlossen wurden. Geblieben sind allein die Treffen der ehemaligen Schüler, die bis heute auf der Katlenburg stattfinden. Zur jüngsten Auflage hatte Postler 74 Einladungen versendet, 27 Ehemalige waren gekommen. „Viele schaffen es halt altersbedingt nicht mehr.“

Aber egal, wie groß die Runde ist, es herrscht immer beste Stimmung bei den Treffen - vor allem, wenn in Erinnerungen geschwelgt wird. Dazu hat Siglinde Postler natürlich sehr viele beizutragen.

So erinnert sie sich daran, als Anfang der 1960er-Jahre auf dem Burgberg von der Schule eine Eiche und weitere Bäume gepflanzt werden sollten. „Das war ein größerer Festakt mit vielen Gästen aus der Region und einer Bläsergruppe. Und ich wurde aufgefordert, dabei eine Rede zuhalten. Da war ich mächtig aufgeregt!“

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