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Walnussbäume: Vorfreude auf die erste Ernte

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Sie sind sehr gut gewachsen: Marlene und Philipp Herwig zwischen ihren Walnussbäumen am Katlenburger Ortsrand. Das kleine Foto zeigt die beiden mit frisch veredelten Pflanzen vor zwei Jahren.

Katlenburg. Unternehmerpaar Marlene und Philipp Herwig konzentriert sich auf ein Nischenprodukt. Veredelung und Zucht passieren ausschließlich in Katlenburg.

Marlene Herwig steht die Freude ins Gesicht geschrieben. „Schauen Dir diese tollen Bäume an, die sind super gewachsen“, sagt sie strahlend zu ihrem Mann Philipp. Der nickt zustimmend.

Das junge Unternehmerpaar begutachtet gerade die Reihen der Walnussbäume auf einem Feld am Katlenburger Ortsrand. Die meisten Bäume überragen die Herwigs um ein gutes Stück, sind bis auf 2,50 Meter hoch geschossen, weil die Wetterbedingungen in diesem Sommer nahezu ideal waren. Die größten messen sogar drei Meter, die kleinsten immerhin etwa 150 Zentimeter.

Marlene und Philipp Herwig - sie hat Forstwirtschaft studiert, er traditionelle Landwirtschaft - wohnen seit fünf Jahren auf dem Stille-Hof am Klosterhof in Katlenburg, der sich seit Jahrhunderten im Besitz ihrer Familie befindet. Dort haben sich die beiden mit der Walnussveredelung selbstständig gemacht. Jetzt stehen sie vor ihrer ersten Ernte.

Ein bisschen wird es noch dauern, denn die Bäume werden erst gerodet, wenn die Blätter abgefallen sind. „Dann sehen unsere Bäume aus wie lange Reiser“, schmunzelt die Unternehmerin. Die Bäume sind alle drei Jahre alt, wenn sie in den Verkauf gehen. Sie kosten zwischen 45 und 60 Euro.

Nischenprodukt

Die Herwigs betreiben eine Nischenproduktion, wie sie es formulieren, denn Walnussveredeler gibt es bundesweit nur drei. Ein Unternehmen davon gehört Helga Lindemann in Biebelnheim, von denen die Katlenburger nahezu ihr gesamtes Wissen über Zucht und Pflege der Bäume bezogen haben. Lindemann hört demnächst auf, dann gibt es nur noch zwei im Land.

Alles kommt dabei aus einer Hand. Von der Veredelung über die Anzucht bis zum Wuchs auf dem Feld passiert alles in Katlenburg. „Das hat den großen Vorteil, dass die Bäume unseren klimatischen Verhältnissen angepasst sind und keine Frostopfer wie beispielsweise ausländische Bäume werden“, beschreibt Philipp Herwig den Produktionsablauf.

Den Großteil ihrer Walnusbäume verkaufen die Herwigs an Großhändler, sie geben die Bäume aber auch an private Interessenten ab. „Allerdings nur an Selbstabholer“, lautet die Einschränkung. Die Bäume können bis zu 150 Jahre alt werden, auf jeden Fall werden sie sehr groß, bis zu 30 Meter hoch.

Es gibt unterschiedliche Sorten wie Geiselheimer, Moselaner, Kurmarker, Spreewalder, Weinsberger oder Donau Walnussbäume. Die Katlenburger Unternehmer haben bis zu sechs Sorten, die sie hegen und pflegen.

Hilfe willkommen

Marlene und Philipp Herwig, die ihr Unternehmen als Familienbetrieb allein führen („Wir machen alles so ökologisch wie möglich!“), können übrigens je nach Saison Hilfe gebrauchen. „Wer Handarbeit mag, kann sich gern bei uns melden.“

Der Betrieb soll weiter wachsen, entsprechende Flächen gehören zum Stille-Hof dazu. „Vielleicht legen wir uns demnächst eine Plantage an, um dann in einigen Jahren Walnüsse ernten und verkaufen zu können.“

Kontakt: Telefon 05552 / 255 oder www.klosterhof-walnussveredelung.de

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