Anlagen könnten bis zu 200 Meter hoch sein

Windräder: Investor hat Sonnenberg im Visier

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Das Luftbild zeigt das beschauliche Berka: Rechts der Bundesstraße 241, die nach Dorste (im Hintergrund) führt, ist ein Gebiet für die Nutzung von Windenergie ausgewiesen, für das sich jetzt das Unternehmen ABO Wind interessiert.

Berka. Wachsen vor den Toren Berkas bald bis zu 200 Meter hohe Windräder in den Himmel? Ausgeschlossen ist das nicht, denn es gibt einen Investor, der dieses Gebiet ins Auge gefasst hat.

Dabei handelt es sich um ABO Wind, ein europaweit aktives Unternehmen mit einem jährlichen Projektvolumen von 250 Millionen Euro, das in Windkraft und Bioenergie investiert.

Projektentwickler Andre Rotmann bestätigte auf Nachfrage der HNA, dass ABO Wind Interesse am Standort bei Berka hat. Dabei handelt es sich um den Bereich des Sonnenbergs mit einer Fläche von 139 Hektar, der einst von der Gemeinde Katlenburg-Lindau als Vorranggebiet für Windenergie ausgewiesen worden war.

„Die Fläche bietet Platz für maximal zehn Windräder“, erläutert Rotmann“, der davon ausgeht, dass diese Zahl bei einer denkbaren Realisierung allerdings nicht ausgeschöpft würde. Sechs bis sieben Windräder seien da schon eher realistisch.

Laut Andre Rotmann sei das Unternehmen bereits vor Ort gewesen und habe Gespräche mit der örtlichen Feldmarksgenossenschaft geführt. Das bestätigte auch deren Vorsitzender Andre Helmold. Die Vereinigung stehe dem Vorhaben aufgeschlossen gegenüber, sagte er der HNA. Er erläuterte, dass sich die angesprochene Fläche von 139 Hektar auf sehr viele Eigentümer verteile. Die würden beim Bau von Windrädern natürlich von Zahlungen für die Standortnutzung des Unternehmens profitieren.

Gesprochen wurde bei dem Treffen natürlich auch über die Höhe der Windräder. Die hätten eine Nabenhöhe von 140 Meter (Rotmann: „In dieser Höhe ist die erforderliche Rauigkeit gewährleistet!“) und erreichten mit den Rotoren eine Gesamthöhe von 200 Meter. Ein derartiges Windrad ist laut Rotmann in einer Preisklasse von fünf Millionen Euro anzusiedeln.

Das Unternehmen ABO Wind hat sich bereits mit den Örtlichkeiten und einzuhaltenden Abständen vertraut gemacht. Zur Ortschaft Berka müsste ein Abstand von 1000 Meter einkalkuliert werden. Über die Abstände zum Wald habe man sich noch nicht abschließend informiert. Vieles hänge davon ab, was im Regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises vorgegeben werde. Das befinde sich derzeit noch in Vorbereitung.

Trotz des vorhandenen Interesses von ABO Wind erläuterte Rotmann, dass sich die Planungen aktuell in einem absoluten Frühstadium befänden. Es müssten noch viele Details abgeklopft und geklärt werden, so zum Beispiel Artenschutzstudien. „Entschieden ist absolut noch nichts!“

Anfragen zum Bau möglicher Windkraftanlagen im Bereich des Sonnenbergs bei Berka gehen bei der Gemeinde Katlenburg-Lindau relativ regelmäßig ein, bestätigte Bürgermeister Uwe Ahrens. Meistens bleibe es bei der Anfrage. Investoren seien oft ebenso schnell wieder verschwunden wie sie gekommen seien.

Der Verwaltungschef sagte, dass die Entscheidung über den Bau von Windkraftanlagen beim Landkreis Northeim liege. Die Kommune würde allerdings in die Entscheidungsfindung einbezogen.

Von Hans-J. Oschmann

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