Katlenburg-Lindau: Trinkwasser wird 35 Prozent teurer

Katlenburg-Lindau. Kubikmeter-Preis steigt von 1,15 auf 1,55 Euro. Gemeinderat kritisiert die Verwaltung.

Der überraschende personelle Wechsel an der Spitze der Kämmerei vor zwei Monaten hat die Gemeinde Katlenburg-Lindau nicht bremsen können, den wie immer ausgeglichenen Haushalt noch vor Jahresfrist auf den Weg zu bringen.

Und der sieht gut aus, erreicht im Ergebnishaushalt 9,93 und im Finanzhaushalt 9,26 Millionen Euro. Deshalb gab es in der Sitzung des Gemeinderats in Elvershausen sowohl ein dickes Lob für den neuen Finanzexperten Klaus Dieter Rust als auch für die Verwaltung insgesamt. An Steuern und Abgaben fließen 7,5 Millionen in die Kasse, 3,3 Millionen gehen für die Kreisumlage drauf, 1,5 Millionen für die Kitas und 1,77 Millionen kostet das Personal der Behörde.

Vier Schwerpunkte

Für Investitionen steht mit 960 000 Euro wesentlich mehr Geld als im Vorjahr zur Verfügung. Fast genau die Hälfte kommt durch Fördermittel herein. Größte geplante Projekte sind der weitere Ausbau der Bergstraße in Suterode und der Talstraße in Wachenhausen, der Anbau an der Festhalle in Berka und ein neues Feuerwehrfahrzeug für die Wehr Lindau.

Obwohl alles sehr eng gestrickt ist, wird der Schuldenberg um 9400 Euro abgebaut. In den Jahren bis 2020 sollen laut Rust keine neuen Kredite aufgenommen und die „magische Grenze“ der Verbindlichkeiten von drei Millionen Euro nicht überschritten werden. Die Steuersätze bleiben übrigens konstant.

Die Gebühr für das Trinkwasser allerdings nicht. Die steigt - und zwar kräftig - von 1,15 auf jetzt 1,50 Euro. Eine vierköpfige Familie zahlt dadurch 60 Euro mehr im Jahr, hat Tobias Grote (CDU) ausgerechnet.

Für die drastische Erhöhung, durch die Katlenburg-Lindau seinen Spitzenplatz im Kreis als günstigste Kommune beim Trinkwasserpreis verliert, gab es heftige Kritik. Weil die Verwaltung im vergangenen Jahr offensichtlich nicht auf die Kontoauszüge geschaut hat, wie SPD-Fraktionschef Uwe Lebensieg bemängelte. Vor einem Jahr lag das Defizit bei 50 000 Euro, jetzt hat sich die Summe verdoppelt.

Es gab noch mehr kritische Worte. CDU-Sprecher Eckhard Steinmetz wünschte sich eine offenere Zusammenarbeit mit der Verwaltung und mehr Informationen. Sein Ärger saß so tief, dass er gegen den Haushalt stimmte. Bürgermeister Uwe Ahrens kündigte eine Diskussion zu der Thematik an.

Rubriklistenbild: © dapd

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