Gesundheitsamt konzentriert sich auf gefährdete Gruppen

Corona: kaum noch Kontaktnachverfolgung im Landkreis Northeim

Mann in grüner Schutzkleidung, mit Maske und Face Shield nimmt einem Abstrich bei einer blonden Frau.
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Ein Abstrich für einen PCR-Test wird von einem Mitarbeiter im Corona-Testzentrum genommen. Wer so gestest worden ist, ist verpflichtet, sich anschließend in Quarantäne („Absonderung“) zu begeben.

Die Northeimer Kreisverwaltung sieht sich angesichts der stark gestiegenen Zahl von Coronainfizierten nicht mehr in der Lage, die Kontaktnachverfolgung in bisheriger Weise fortzusetzen.

Northeim – Wie sie am Mittwoch ankündigte, wird sie sich künftig auf die sogenannten vulnerablen Gruppen konzentrieren – also auf den Personenkreis, der besonders durch das Coronavirus gefährdet ist (vulnerabel = verletzlich).

Das sei bereits dem niedersächsischen Landesgesundheitsamt mitgeteilt worden.

„Die täglich bis zu 60 neuen Fälle erschweren die zeitnahe Bearbeitung und Kontaktaufnahme“, teilte die Kreisverwaltung zur Begründung mit. Hinzu komme, dass die Betroffenen durch die Lockerungen der Corona-Schutzvorkehrungen in vielen Fällen zahlreiche Kontaktpersonen hatten. Dies mache eine umfassende Kontaktnachverfolgung nicht mehr möglich.

Gesundheitsamt will beraten

Die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes wollen sich nun laut Mitteilung bei der Kontaktnachverfolgung auf Unterstützung und Beratung vulnerabler Gruppen konzentrieren. Dazu gehören unter anderem betreute Personen und Mitarbeiter von Alten- und Pflegeheimen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, Tagespflegeeinrichtungen, ambulante Pflegedienste, Personen über 70 Jahre und Menschen mit einem gestörten Immunsystem. (ows)

Dabei gehen die Verantwortlichen im Kreishaus davon aus, dass die die Entwicklung noch nicht beendet ist. Sie vermuten, dass die 7-Tage-Inzidenz von (Stand Dienstag) 177,6 weiter steigen werde – und damit auch die Zahl der täglichen Neuinfektionen noch weiter wächst.

„Jeder Einzelne kann dazu beitragen, die Verbreitung des Virus einzudämmen“, erinnerte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) an die seit Ende September in Niedersachsen geltende Absonderungspflicht und appellierte: „Bitte zeigen Sie Eigenverantwortung in der Umsetzung der geltenden Regelungen zur Absonderung und tragen Sie damit dazu bei, die Gesundheitsdienste in der Kontaktnachverfolgung zu entlasten.“

Alle Personen, die Kenntnis über einen positiven PCR-Test haben, sind verpflichtet, sich unverzüglich abzusondern, also von anderen Menschen zuhause zu isolieren. Das Ende der Absonderungspflicht hängt davon ab, ob die infizierte Person symptomatisch oder asymptomatisch ist. Bei Personen, die typische Symptome aufweisen, endet die Absonderungspflicht nach 14 Tagen, sofern sie seit mindestens 48 Stunden keine Symptome mehr haben. Wenn keine Symptome vorliegen, endet die Pflicht zur Absonderung grundsätzlich 14 Tage nach dem PCR-Test.

Auch wenn nur der Verdacht einer Coronavirus-Infektion besteht, gilt die Absonderungspflicht. Dazu gehören Personen mit positivem Schnelltest oder Personen mit typischen Symptomen, die sich einem PCR-Test unterzogen haben. (Olaf Weiss)

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