Kein Eintritt für den Wieter geplant

Gefälschte Bekanntmachung sorgt im Northeimer Stadtwald für Verwirrung

Jonas Fürchtenicht weist an der Schutzhütte Wieterallee auf den gefälschten Aushang hin.
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Auch an der Schutzhütte an der Wieterallee hat Förster Jonas Fürchtenicht den gefälschten Aushang gefunden.

Mit dieser Aktion ist ein unbekannter Waldschützer wohl über das Ziel hinausgeschossen.

Northeim – Spaziergänger und Freizeitsportler dürften sich in den vergangenen Tagen über einen Aushang gewundert haben, der seit ungefähr einer Woche an mehreren Stellen im Northeimer Wieterwald zu finden ist.

In dem als Bekanntmachung gekennzeichneten Schreiben, das mit dem offiziellen Wappen des Landes Niedersachsen versehen ist, wird unter Hinweis auf die Niedersächsische Wald- und Naturschutzordnung angekündigt, dass ab dem 1. März im Bereich des Wieters Parkgebühren und Eintrittsgelder für den Wald erhoben werden.

Als Begründung für diese Maßnahme werden unter anderem die gestiegenen Kosten für die wöchentlich mehrmals notwendige Beseitigung des illegal im Wald entsorgten Mülls angegeben. Unterzeichnet ist das Schreiben mit „Einer der Waldanteilseigner“.

„Dieses Schreiben ist eine Fälschung“, sagt Jonas Fürchtenicht, der als Leiter des Forstamtes Moringen auch für den Northeimer Stadtwald zuständig ist. Er bittet, den unbekannten Verfasser, das Anbringen des Aushangs zu unterlassen. „Wir haben die Schilder schon mehrfach entfernt, aber ein paar Tage später hingen sie dort wieder.“

Die Verärgerung des Unbekannten über den vielen achtlos im Wald entsorgten Müll kann Fürchtenicht gut nachvollziehen, zumal es sich bei den Abfällen nicht nur um Picknickreste handelt, sondern der Wald von manchen gezielt als Müllkippe missbraucht werde. Mit der als offizieller Aushang aufgemachten Bekanntmachung sei man aber weit über das Ziel hinausgeschossen. „Aus rechtlicher Sicht handelt es sich um einen Verstoß gegen das Niedersächsische Wappengesetz“, gibt er zu bedenken.

Fürchtenicht geht zwar nicht davon aus, dass der Urheber tatsächlich die Absicht hat, bei Waldbesuchern abzukassieren, aber er weist vorsichtshalber noch einmal darauf hin, dass gemäß des Waldgesetzes jeder das Recht hat, den Wald zu betreten und dies niemals Grundlage für eine Gebührenordnung sein kann.

Falls also doch jemand ab dem 1. März im Bereich des Wieters von Waldbesuchern Parkgebühren oder Eintrittsgelder verlange, komme noch der Straftatbestand des Betruges hinzu, so Fürchtenicht.

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