Fünf Monate Pandemie

Corona: Gesundheitsamt im Landkreis Northeim sieht keinen Grund zur Entwarnung

Mundschutze hängen auf einer Wäscheleine nebeneinander.
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Der Mund-Nase-Schutz ist wichtig, um eine Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen.

Seit fünf Monaten beschäftigt Corona die Menschen im Landkreis Northeim. Die Kreisverwaltung hat eine Zwischenbilanz der Pandemie präsentiert. Sie rät außerdem weiter zur Vorsicht.

Landkreis Northeim – Die Menschen im Landkreis Northeim dürfen bei den Corona-Schutzmaßnahmen nicht nachlässig werden. Das betont Dr. Regina Pabst, Leiterin des Gesundheitsamtes: „Wenn wir die Schutzmaßnahmen wie Abstand, Maskentragen, Händehygiene und gute Belüftung konsequent fortführen, können wir eine zweite Erkrankungswelle verhindern.“

Grafik: Entwicklung der Coronazahlen vom 18. März bis zum 8. August 2020 im Landkreis Northeim

Angesichts der deutschlandweit, aber auch im Kreis Northeim wieder gestiegenen Infektionszahlen hört sie Diskussionen um Lockerungen von Schutzmaßnahmen wie die Abschaffung der Maskenpflicht beim Einkaufen mit großer Sorge.

Die Leiterin des Gesundheitsamtes, Dr. Regina Pabst

Einige hätten den Eindruck, dass gar keine Bedrohung vorhanden sei. Der Alltag in Deutschland laufe nach dem Lockdown weitestgehend normal. Die Infrastruktur funktioniere, die Versorgung mit Lebensmitteln, Strom und Trinkwasser sowie die medizinische Versorgung seien nicht beeinträchtigt – und seien es auch nie gewesen. „Da fällt es schwer, sich vorzustellen, dass gerade eine so ernsthafte Seuche um die Welt geht, die dabei ist, mehrere Millionen Todesopfer zu fordern“, äußert Pabst Verständnis für die um sich greifende Sorglosigkeit. „Die vergleichsweise niedrigen Infektionszahlen und Todesfälle in Deutschland haben wir aber gerade den frühzeitigen und konsequenten Schutzmaßnahmen zu verdanken“, betont sie. Dabei weist sie auf das sogenannte Präventionsparadaxon hin: Nur wegen der Schutzmaßnahmen seien die Infektionszahlen so niedrig. „Wir dürfen uns nicht verleiten lassen, zu denken: Ach, es gibt doch kaum Erkrankungen, wieso brauchen wir da Schutzmaßnahmen?“, sagt die Gesundheitsamtschefin. „Ein ähnliches Denken begegnet uns öfters im Bereich der Schutzimpfungen gegen Kinderkrankheiten. Wenn die Menschen eine Gefahr nicht akut wahrnehmen können, sinkt die Bereitschaft, sich an den vorbeugenden Maßnahmen zu beteiligen.“

Grafik: Gesamtzahl der mit Corona-Infizierten, der Genesenen und der Verstorbenen (Stand 8. August 2020) der einzelnen Städte und Gemeinden im Landkreis Northeim

Deshalb bittet Pabst, weiter Abstand zu halten, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, auf gute Belüftung zu achten und die sorgfältige Händehygiene nicht zu vernachlässigen. „Je weniger wir diese Maßnahmen beachten, desto mehr werden die Erkrankungszahlen wieder steigen.“ Olaf Weiss

In fünf Monate elf akute Corona-Verläufe im Landkreis Northeim

Im Landkreis Northeim gab es bislang (Stand 8. August) 162 Corona-Infektionen. Davon sind 145 Personen genesen und sechs verstorben. Fünf Monate nach dem ersten Corona-Fall sind insgesamt elf akute Infektionen bekannt. 51,2 Prozent der Infizierten sind weiblich, 48,8 Prozent männlich. 27,8 Prozent der Infizierten sind 60 Jahre oder älter, 27,8 Prozent sind unter 30 Jahre und 44,4 Prozent sind zwischen 31 bis 60 Jahre alt. In Northeim gab es bisher 55 Infektionen, darunter drei Todesfälle; in Uslar acht Infektionen; in Bad Gandersheim 24 Infektionen, darunter zwei Todesfälle. In Bodenfelde wurde bisher nur eine Infektion registriert; in Einbeck 23 Infektionen; in Hardegsen 14 Infektionen und 18 in Kalefeld. In Katlenburg-Lindau sind bisher 3 Infektionen gezählt worden, in Moringen ebenfalls 3 und in Nörten-Hardenberg 8 Infektionen, darunter ein Todesfall. In Dassel gab es bisher fünf Infektionen. ows

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