Seit 37 Jahren: Kein Tag ohne Orchideen

Heinrich Bechstein – hier im Gewächshaus – hat ein besonderes Motto: „Manchmal muss man seine Orchideen liebevoll misshandeln!“, sagt der Bishäuser. Was zählt, ist der Erfolg, wenn alles prächtig blüht. Wie das erreicht wird, spielt dabei keine Rolle. Fotos:  Oschmann

Bishausen. Heinrich Bechstein pflegt seit 37 Jahren ein ganz spezielles Hobby. Das Gewächhaus ist sein zweiten zu Hause.

Das hat was: Draußen ist es knackig kalt, das Thermometer zeigt trotz strahlenden Sonnenscheins vier Grad minus. Dafür ist es in dem kleinen Gewächshaus von Heinrich Bechstein mit 24 Grad plus mehr als kuschelig warm. Das ist gerade die richtige Temperatur, um die vielfältige Orchideenpracht des Bishäusers zum Blühen zu bringen.

„Jetzt geht es los und steigert sich bis März und April. Dann steht bei mir hier alles in voller Blüte“, blickt der 69-Jährige erwartungsfroh nach vorn. Bechstein betreibt sein Hobby, die Zucht von Orchideen, mit Leib und Seele.

Ein absoluter Hingucker: Das ist eine Cattleya.

1979 hat er vier Stück von einem Kollegen gekauft. Die sind ihm nach einem Jahr eingegangen. Das hat ihn zwar ein wenig frustriert, aber noch mehr angespornt. „Ich wollte einfach, dass es funktioniert“, hat er sich damals motiviert. Heute weiß der Bishäuser nicht einmal, wie viele Orchideen er genau hat. „Es werden wohl über 300 sein“, schätzt er. Seine Frau Karin, die seine Leidenschaft teilt, korrigiert ihn. „Es sind weitaus mehr“.

Im schmucken Wintergarten der Familie stehen einige besonders schöne Exemplare bereits in voller Blüte. Dieser Bereich ist so eine Art Schaufenster, denn die Hauptarbeit Bechsteins spielt sich in seinem Gewächshaus im Garten ab, in dem er täglich anzutreffen sich. Das Klima ist subtropisch, wie im Urwald, wo die Orchideen ursprünglich zu Hause sind. „Weltweit gibt es etwa 30 000 Arten“, erläutert Bechstein.

Schweiß und Tränen

 Das ist eine Cattleya.

Hier in seinem beheizten Gewächshaus fühlt er sich richtig heimisch. Hier wird kultiviert, umgetopft, gepflegt - da fließt so macher Schweißtropfen. Und auch schon mal eine Träne. „Jüngst habe ich meine eigenen Pflanzen vergiftet“, räumt der 69-jährige Experte ein, „mit meinem Regenwasser, das ich zum Gießen auffange.“ Das war über ein Metallblech auf dem Dach gelaufen und hat dabei schädliche Stoffe aufgenommen, die seinen Orchideen mächtig zugesetzt haben. Dabei ist Bechstein ein absoluter Experte, aber auch denen unterlaufen halt Fehler.

Vereinschef

Der Bishäuser ist seit 17 Jahren Vorsitzender der Orchideenfreunde in Südniedersachsen, die am 27./28. August dieses Jahres wieder zu einer Orchideen-Schau im Neuen Botanischen Garten in Göttingen einladen.

„Bei den Mitgliedern fällt auf, dass die meisten männlich sind, obwohl doch eigentlich den Frauen ein Händchen für Blumen nachgesagt wird“, sagt der Bishäuser und wirbt für den Club, der einen Mitgliedsbeitrag von nur 16 Euro im Jahr erhebt. „Wer sich für Orchideen interessiert, ist bei uns bestens aufgehoben, denn keine Lektüre der Welt kann persönliche Erfahrungen im Umgang mit den Pflanzen ersetzen!“

Selbstverständlich steht Heinrich Bechstein unter der Telefonnummer 05503 / 8460 als Ansprechpartner zur Verfügung.

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