Schüler leiden unter Corona

Lehrer-Gewerkschaft: Kommunen sollen sich um Geld für außerschulische Angebote bemühen

Schule in der Corona-Pandemie: Laut Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft im Kreis Northeim brauchen Schüler in dieser Zeit Ermutigung sowie außerschulische Angebote.
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Schule in der Corona-Pandemie: Laut Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft im Kreis Northeim brauchen Schüler in dieser Zeit Ermutigung sowie außerschulische Angebote.

Der Northeimer Kreisvorstand der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert die Schulträger der Kommunen und des Landkreises Northeim auf, sich schnellstens um Mittel aus dem „Aktionsprogramm Aufholen nach Corona“ des Bundes zu bemühen. Für das Land Niedersachsen stehen 200 Millionen Euro zur Verfügung.

Northeim - Wenn über die Folgen der Corona-Pandemie für die Kinder und Jugendlichen gesprochen werde, dann sei in der öffentlichen und politischen Debatte in erster Linie von „Lernlücken“ die Rede, die es nun nach der Pandemie aufzuholen gilt, heißt es in der Mitteilung der GEW. Auch dafür sollen die Bundeszuschüsse eingesetzt werden. Den Schwerpunkt aber auf diese „Lernlücken“ zu legen, hält GEW-Kreisvorsitzender Harald Seeger für problematisch.

„Bei der Betonung von Rückständen und Lücken liegt der Blick vorwiegend auf den Schwächen der Schüler. Diese einseitige Sichtweise entmutigt und verunsichert Kinder und Jugendliche. Sie nimmt auch die Anstrengungen der Schule, trotz aller Widrigkeiten angemessenen Unterricht und notwendige Förderung anzubieten, nicht ausreichend wahr“, so Seeger.

Was junge Menschen in dieser Krise brauchen, ist laut GEW-Pressemitteilung Ermutigung. Auch Kultusminister Tonne habe betont, dass nicht das „Pauken um jeden Preis“ im Mittelpunkt stehen dürfe. Aus Sicht der GEW könnten zusätzliche Ferienangebote sehr sinnvoll sein, wenn sie auf eine gute Verbindung von Freizeitgestaltung und ganzheitlicher Bildung setzen.

Außerschulische Anbieter von Bildungsprojekten sowie Freiberufler aus den Bereichen Naturschutz und Nachhaltigkeit, Kunst, Musik, Handwerk und Theater sollten hier gezielt eingebunden werden, betont Seeger.

In Theater- und Naturschutzprojekten sowie Kunstaktionen könnten nach Ansicht der GEW verschiedene Kompetenzen erworben, Fächer eingebunden und ganzheitlich gelernt werden. Seeger: „Sie sind auch geeignet, wieder neue Lernlust und Mut zu wecken. Hier ist auch die Jugendhilfe zu stärken, um die Projekte zu begleiten und eigene Angebote zu machen“.

Ob die 150 Euro pro Schüler, die sich aus den Bundesmitteln errechnen, für diese Maßnahmen ausreichen, bezweifelt der Kreisvorstand der GEW in seiner Mitteilung.

„Die Mittel aus Berlin und vielleicht aus Hannover müssen zügig fließen. Wir wünschen uns von der Politik und den Verwaltungen im Landkreis Northeim eine schnelle Umsetzung.“  (kat)

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