Gesundheitsamt appelliert, Coronaregeln weiter zu befolgen

Infektionsgeschehen im Landkreis Northeim: Keine Entspannung in Sicht

Symbolbild Coronatest
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Symbolbild Coronatest.

Das Infektionsgeschehen lässt aus Sicht des Gesundheitsamtes keine Aussage zu, wann der Inzidenzwert wieder soweit abgesunken sein wird, dass die Notbremse im Landkreis Northeim wieder aufgehoben werden könne.

Northeim – „Grundsätzlich appellieren wir an die Bürgerinnen und Bürger, die geltenden strengeren Kontakt- und Hygieneregelungen einzuhalten“, betonte Landkreis-Sprecher Dirk Niemeyer.

Dann werde es auch im Landkreis bald möglich sein, von den Corona-Lockerungen des Landes zu profitieren. Für die Aufhebung der Notbremse muss der Inzidenzwert an fünf Werktagen hintereinander unter dem Grenzwert von 100 liegen.

Die Inzidenz im Kreis Northeim ist am Mittwoch laut RKI noch einmal leicht auf nun 114,9 gestiegen. Das Gesundheitsamt registrierte 31 Neuinfektionen und ebenso viele Genesene. Zwei weitere Personen sind mit oder an Corona gestorben. Die Infizierten verteilen sich wie folgt: Bad Gandersheim 42 (0), Bodenfelde 13 (+1), Dassel 60 (-2), Einbeck 88 (-5), Hardegsen 3 (-1), Kalefeld 10 (+3), Katlenburg-Lindau 16 (-1), Moringen 6 (-1), Nörten-Hardenberg 14 (0), Northeim 64 (+8) und Uslar 26 (-4).

Das Gesundheitsamt habe keine auch eindeutige Antwort, wieso die Coronainfektionszahlen im Landkreis Northeim so stark gestiegen sind, dass die 7-Tage-Inzidenz nunmehr seit fünf Tagen 100 liegt. Niemeyer bezeichnete das Infektionsgeschehen auf HNA-Anfrage als diffus.

Zwar gibt es nach seinen Worten „bedeutendere“ Coronaausbrüche in einer Kindertagesstätte im Bereich Dassel sowie in zwei Altenheimen in Dassel und Einbeck. Auch in einer Einbecker Schule gebe es Coronafälle bei Lehrern und Schülern, ebenso in einem Unternehmen in der Bierstadt. Diese stellten aber in den Auswirkungen jeweils noch keine Hotspots dar. „Gleichwohl wird das Virus von hier aus offenbar in die Familien eingetragen“, erklärte der Sprecher. Größere Familien mit relativ vielen Kindern erhöhten dann entsprechend schnell die Infektionszahlen.

„Wir sehen oft, dass viele Leute sich gegenseitig anstecken, weil sie die Hygieneregeln nicht mehr konsequent befolgen“, betonte Niemeyer. Viele Ansteckungen erfolgen nach seinen Worten zwischen Arbeitskollegen, innerhalb der Familien sowie in Schulen und Kinderbetreuungseinrichtungen.

„Wenn das Virus eine Familie erreicht hat, können wir meistens beobachten, wie im Verlaufe der nächsten Wochen die ganze Familie erkrankt“, sagte er. Das sei vor dem Auftreten der britischen Variante des Virus noch nicht so ausgeprägt gewesen.

Das Gesundheitsamt könne die Pandemie nicht alleine bekämpfen. Das gelinge nur, wenn die Bevölkerung mitmache. So sollten Erkrankte möglichst nicht zur Arbeit gehen. Kranke Kinder gehörten möglichst nicht in die Schule beziehungsweise in die Kinderbetreuung. Das gilt nach Niemeyers Worten, auch dann, wenn bisher noch kein positiver Coronatest vorliege. (Olaf Weiss)

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