Keine eigenen Flächen für Solarparks im Landkreis Northeim ausgewiesen

Fotovoltaikanlagen müssen im Einzelfall geprüft werden

Große Fotovoltaikanlage auf einem Feld bei Hevensen.
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Große Fotovoltaikanlage auf einem Feld bei Hevensen. Archivfoto

Der Ortsrat Fredelsloh wünscht sich auf mehreren Freiflächen Solaranlagen, ein Investor ist ebenfalls gefunden (wir berichteten), doch ganz so einfach ist es nicht, einen Solarpark auf der grünen Wiese anzulegen.

Northeim/Frdelsloh – Denn es müssten bei der Anlage öffentliche Interessen abgewogen und Nutzungskonflikte, die beispielsweise bei der Bebauung von ökologisch sensiblen Flächen entstehen, entflochten werden, erklärt die Kreisverwaltung auf HNA-Anfrage.

Deshalb gelte es in Fredelsloh, die bisher im Rahmen der Neuaufstellung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) erfolgten Gutachten noch auszuwerten.

Anders als bei Windenergie gibt es aktuell keine ausgewiesenen Vorrangflächen für Solarparks. Eine pauschale Aussage, welche Voraussetzungen ein Gebiet erfüllen muss, um für Freiflächen-Fotovoltaikanlagen geeignet zu sein, kann laut Kreisverwaltung aus regionalplanerischer Sicht nicht getroffen werden. Es bedarf in der Regel wie in Fredelsloh einer Einzelfallprüfung, um die Eignung eines bestimmten Gebietes für Solarenergie und die Beeinträchtigung öffentlicher Belange beurteilen zu können. Zudem sind die Vorgaben aus dem Landesraumordnungsprogramm zu berücksichtigen, die den Ausbau der Freiflächen-Fotovoltaikanlagen in Niedersachsen lenken.

Aus baurechtlicher Sicht ist für die Errichtung eines Solarparks in erster Linie die bauplanungsrechtliche Zulässigkeit im Sinne des Baugesetzbuches als „sonstiges Vorhaben“ eine Grundvoraussetzung. Doch auch hierbei dürfen keine öffentlichen Belange beeinträchtigt werden.

Die Errichtung von Solarparks soll in erster Linie auf bereits versiegelten oder vorbelasteten Flächen, sogenannten Konversionsflächen, erfolgen, unter anderem vor dem Hintergrund, dass Freifläche ein durchaus knappes Gut in Deutschland ist. Diese Entwicklung wird beispielsweise durch das Landesraumordnungsprogramm oder das Erneuerbare Energien Gesetz unterstützt, erklärt Kreissprecherin Caroline Diedrich.

In dem aktuellen RROP des Landkreises Northeim sind keine Vorrang- oder Vorbehaltsgebiete für Solarparks festgesetzt. Im Rahmen der Neuaufstellung des RROP werde das Thema Solarenergie aber bearbeitet. Da sich das Kapitel aber noch in Bearbeitung befinde, könnten zu diesem Zeitpunkt noch keine konkreten Aussagen zu möglichen beziehungsweise geeigneten Flächen getroffen werden, so Diedrich.

Aktuell werde kein Kataster über Solaranlagen seitens des Landkreises Northeim geführt, sodass eine abschließende Auflistung aller Solarparks im Landkreis nicht möglich sei. Im Rahmen des integrierten Klimaschutzkonzeptes werde aber derzeit eine umfangreiche Ist-Analyse im Landkreisgebiet durchgeführt. Die Ergebnisse liegen laut Kreisverwaltung voraussichtlich Ende des Jahres vor. Nach Auskunft des Amtlichen Liegenschaftskatasters bestehen aktuell großflächige Fotovoltaikanlagen in den Bereichen Nörten-Hardenberg, Hevensen (Hardegsen), Offensen, Echte, Katlenburg und Bad Gandersheim (Stand 2020).

Derzeit liegen laut Kreisverwaltung zwei Bauanträge für Solarparks beim Landkreis Northeim vor, die sich gegenwärtig noch in der Prüfung und Bearbeitung befinden. Da Bauantragsverfahren nicht öffentlich sind, können hierzu keine konkreteren Angaben gemacht werden, erklärt Diedrich. (Von Rosemarie Gerhardy)

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