Kreisverwaltung hält Technik von mobilen Geräten für nicht geeignet

In Schulen des Landkreises Northeim soll es keine Luftreinigung in Klassenräumen geben

Ein Luftreinigungsgerät in einem Klassenraum.
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Ein Luftreinigungsgerät in einer Schule. (Symbolbild)

An mobilen Luftreinigungsgeräten und Luftdesinfektionsgeräten scheiden sich die Geister: Die Kreisverwaltung mit Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD) an der Spitze riet in der jüngsten Sitzung des Kreisschulausschusses von ihrem Einsatz in Klassenräumen unter anderen wegen der damit verbundenen Lautstärke ab. Dies begründete sie in einer Mitteilungsvorlage für den Ausschuss.

Northeim – Der direkte Konkurrent von Astrid Klinkert-Kittel bei der Landratswahl, Christian Grascha (FDP), lehnte dagegen die Einschätzung der Kreisverwaltung ab: „Ich bin enttäuscht. Ich kann dieser Verhinderungsvorlage nichts abgewinnen.“ Mit mehr Recherche hätte der Kreis andere Ergebnisse vorlegen können.

Die Landrätin wies die Vorwürfe zurück. Die Verwaltung habe ein unabhängiges Ingenieurbüro mit der Prüfung beauftragt und dies sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die 25 verschiedenen Geräte, die untersucht worden seien, zum jetzigen Zeitpunkt ungeeignet seien.

In der Vorlage heißt es, nicht nur wegen der Lärmbelastung, sondern auch weil sie unterschiedlichen Vorgaben, Normen und Schutzvorschriften widersprächen. Die Landrätin: „Wir müssen uns an Recht und Gesetz halten.“

Dr. Hermann Weinreis (SPD, Uslar) sagte, seine Fraktion stelle die Ergebnisse nicht grundsätzlich infrage. Er mache aber darauf aufmerksam, dass das zuständige Fachministerium just am Tag der Sitzung einen „größeren Geldbetrag“ für Luftaustauschgeräte in Aussicht gestellt habe.

Er forderte die Landrätin dazu auf, Hannover beim weiteren Vorgehen mit einzubeziehen. Grascha sagte, dies sei ein Programm des Bundes, dass allerdings auf die Förderung fester Anlage ausgerichtet sei. Elternvertreter Hans-Joachim Kuba wies darauf hin, dass die Luftfilter oft „kontrovers“ und „dogmatisch“ diskutiert werden würden. Schulen hätten sich bislang aber nicht als Infektionshotspot erwiesen.

Karoline Otte (Grüne) unterstützte dagegen die Kreisverwaltung: „Es gibt im Moment keine Modelle, die tatsächlich im Alltag funktionieren.“

Beatrix Tappe-Rostalski (CDU) warnte in der Sitzung zudem vor einer vierten „Coronawelle“.  (zhp)

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