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Landkreis Northeim fürchtet, Platz für Geflüchtete könnte über Ostern nicht ausreichen

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Von: Olaf Weiss

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Aus der Ukraine geflüchtete Menschen vor der BBS-Sporthalle.
Die BBS-Sporthalle in Northeim ist bisher die einzige Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine im Landkreis. © Hans-Peter Niesen

Weil der Zustrom von aus der Ukraine geflüchteten Menschen weiter zunimmt, hat die Northeimer Kreisverwaltung bei den Städten und Gemeinden Unterstützung gefordert. Die BBS-Sporthalle, so heißt es in einem Brief des Ersten Kreisrats Jörg Richert an die Bürgermeister, könnte über die Ostertage an ihre Kapazitätsgrenze stoßen.

Northeim – „Sollte dies eintreten, würde ich versuchen, die hier ankommenden Personen an die Landesaufnahmestellen zu verweisen“, schreibt Richert. Er könne aber sein, dass die Geflüchteten im Landkreis bleiben wollen und untergebracht werden müssten.

87 Menschen waren nach den Worten vom ersten Kreisrat Jörg Richert am Donnerstagabend in der BBS-Sporthalle untergebracht. Wie viele möglicherweise im Verlauf des langen Osterwochenendes noch dazu kommen, sei unklar. Maximal 141 Menschen können in der zur Gemeinschaftsunterkunft umgestalteten Halle untergebracht werden. Sollte die Kapazität nicht ausreichen und alle anderen Möglichkeiten – wie das Verweisen auf die Landesaufnahmestellen – ausgeschöpft sein, wären die Städte und Gemeinden in der Pflicht, für Quartiere für die Geflüchteten zu sorgen.

Jörg Richert
Jörg Richert, Erster Kreisrat des Landkreises Northeim. © Hans-Peter Niesen

Dabei erinnert Richert daran, dass in Niedersachsen die Städte und Gemeinde eigentlich generell für die Unterbringung der Geflüchteten zuständig seien und die meisten Landkreise sich – anders als Northeim – dabei völlig raus hielten.

Die kurzfristige Bereitstellung einer weiteren Sporthalle als Gemeinschaftsunterkunft schloss der Erste Kreisrat im Gespräch mit der HNA aus. Zum einen, weil das dafür notwendige Material nicht schnell zu bekommen sei. Zum anderen, weil das eine Überforderung der ehrenamtlichen Kräfte von Rettungsdiensten, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk bedeuten würde.

Auch die Unterbringung in dem Landkreis gemeldetem Wohnraum scheidet nach Richerts Worten kurzfristig aus. Dieser könne nämlich nicht bezugsfertig gemacht werden, weil die Beschaffung der notwendigen Ausstattung schwierig sei.

Die meisten der rund 1300 Geflüchteten im Landkreis sind nach wie vor unentgeltlich bei Gastfamilien untergebracht. Allerdings werde die Bereitschaft geringer, Geflüchtete längerfristig zu beherbergen. Deshalb, so Richert, müsse zunehmend auch für diese Personen Unterbringungen gefunden werden.  (ows)

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