Keramiker aus Großenrode gewinnt Preis für Kunsthandwerk

+
Dutzende Gefäße sind in seiner Werkstatt aufgereiht: Für eine Serie von fünf Vasen erhält Lutz Könecke den Auguste-Papendieck-Preis. Die damit verbundene Ausstellung geht bis zum 14. Juni.

Großenrode. Jedes Stück ist ein Unikat. Streng geformt, ohne schmückende Glasur, makellos. Genau das hat die Jury der Bremer Sparkasse überzeugt.

Für eine Serie von fünf Vasen erhält der Keramiker Lutz Könecke aus Großenrode am 24. April den Auguste-Papendieck-Preis 2014. Neben dem Preisgeld ist damit auch eine Ausstellung im Bremer Focke-Museum verbunden. Sie wird am gleichen Tag eröffnet - parallel zur Preisverleihung.

In der Herstellung von Vasen und Gefäßen hat der 41-jährige Familienvater seine große Leidenschaft gefunden. Obwohl er in einer Familie von Keramikern groß geworden ist, absolvierte er zunächst eine Ausbildung zum Elektriker. Erst mit 27 Jahren fing er an, selbst Gefäße herzustellen. Mehrere Jahre dauerte es, bis er seinen eigenen charakteristischen Stil gefunden hatte.

„Jeder, der ein Gefäß von mir kauft, kauft auch ein Teil von mir“, beschreibt er die Beziehung zu seinem Handwerk, in dem er vor allem einen ideellen Wert sieht. Wie bei einem Baukasten werden alle Gefäße aus zwei oder mehreren Elementen zusammengesetzt. So entstehen Vasen und Kannen im immer gleichen Stil, die sich dennoch individuell unterscheiden.

Die Bremer Jury würdigte vor allem die Eigenständigkeit und Konsequenz der Objekte. Sie überzeugte „die Form von Keramik als Statement, die sich selbst in eine Tradition stellt, dabei voller subtiler, handwerklicher Exzellenz steckt und humorvoll die eigenen Vorgänger zitiert“, so ein Auszug aus der Begründung.

Die Kunden für seine Objekte hat Könecke zu 80 Prozent im Ausland, unter anderem in Toronto und New York. „Seit den 90er-Jahren haben es Unikat-Keramiker in Deutschland sehr schwer“, sagt er. Damit den Lebensunterhalt zu verdienen, sei kaum noch möglich. Abgeschreckt haben ihn diese Perspektiven trotzdem nicht.

An der Uni habe er mit vielen Stilen und Glasuren herumexperimentiert, erinnert sich Könecke, zu dessen Hobbys - wie sollte es anders sein - das Sammeln von Keramikgefäßen zählt. „Aus technischer Sicht bin ich Autodidakt“, sagt er, denn das handwerkliche Arbeiten habe er sich größtenteils selbst beigebracht.

Die große Einzelausstellung im Focke-Museum wird ihm wohl nicht zum ganz großen Durchbruch verhelfen, glaubt er. Dennoch sei es wichtig, niemals die gute Laune zu verlieren. „Den Preis zu gewinnen ist allein schon ein riesiger Erfolg.“

Zur Person 

Lutz Könecke (41) wurde 1973 in Northeim geboren. Nach der Schule absolvierte er eine Ausbildung zum Elektroinstallateur und leistete Zivildienst bei der Stadtarchäologie Göttingen. Zunächst studierte er an der Fachoberschule für Gestaltung in Göttingen, später von 2000 bis 2005 an der Kunsthochschule Kassel. Seit 2007 betreibt er eine Keramikwerkstatt in Großenrode. Hier lebt er mit seiner Frau und seinen zwei Töchtern. (jus)

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.