Marktplatz: Vom Kfz-Mechaniker zum Krippenbauer

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Wehmütig: Edith Heese fällt es schon etwas schwer, das geliebte Hobby beenden zu müssen. Der Verkaufswagen steht auch zum Verkauf.

Vor 25 Jahren fing es mit einer Bitte seiner Frau an: „Ich hätte gerne eine Weihnachtskrippe – baust Du mir eine?“.

Bernd Heese, Kfz-Mechaniker mit Leib und Seele, der bis dahin seine Freizeit damit verbrachte, alte VW-Käfer wieder herzurichten und mit seinen Söhnen zum Fußball zu gehen, konnte seiner Frau diese Bitte nicht abschlagen, versuchte sich an seiner ersten Weihnachtskrippe und entdeckte eine neue Leidenschaft.

Bildergalerie:

Marktplatz: Weihnachtskrippen und Zubehör wegen Krankheit günstig zu verkaufen

„Unsere erste Krippe haben wir nicht mehr, aber meine Schwester hat noch die Krippe, die mein Mann vor 25 Jahren für sie gebaut hat und stellt sie jedes Jahr wieder auf“, erinnert sich Edith Heese. „Die Bauweise ist noch sehr einfach, aber meine Schwester wollte nie eine neue Krippe.“ Im Lauf der Jahre wurden die Krippen immer schöner und aufwendiger. Während Bernd Heese für den Bau der Krippe zuständig war, kümmerte sich Edith Heese um die Dekoration. Um sich neue Ideen zu holen, reiste das Ehepaar jedes Jahr in den Bayerischen Wald und schaute sich Krippen und Zubehör an, wie handgeschnitzte Tiere und Figuren. Mit diesen wurden die in Hillerse gebauten Krippen ausgestattet und aufwendig dekoriert. Die Schindeln für die Dächer brachten Edith und Bernd Heese aus dem Oberammergau mit.

Mit neuen Ideen ausgestattet ging es zu Hause schon im Januar an den Bau der Krippen. „Im Sommer hat mein Mann weniger an den Krippen gearbeitet, da waren wir eher im Garten“, erzählt Edith Heese. Zehn bis 15 Krippen aus verschiedenen Hölzern, zum Teil in heimischen Wäldern gesammelt, entstanden so im Jahr. Für den Eigengebrauch eindeutig zu viel. Was lag also näher, als Weihnachtskrippen auf Weihnachtsmärkten zu verkaufen. Zu den Weihnachtskrippen gesellten sich aufgrund der Nachfrage größere Tiere aus Holz zum Aufstellen im Garten sowie Holzspielzeug für Kinder. Neben dem Northeimer Weihnachtsmarkt wurden auch Weihnachtsmärkte in Uslar, Osterode und Bad Gandersheim sowie kleinere regionale Märkte beschickt.

Verkauf des Restbestandes

Im vergangenen Jahr war Edith Heese zum 19. Mal auf dem Northeimer Weihnachtsmarkt. Da ihr Mann aufgrund einer Erkrankung keine Holzarbeiten mehr herstellen kann, sollen die noch vorhandenen Kunstwerke verkauft werden. „Es ist sehr schade, denn es hat uns immer viel Spaß gemacht, aber nun geht es nicht mehr“, sagt die 71-Jährige.

Neben einigen Krippen sind noch viele Holztiere, Bauernhöfe, Puppenstuben und Handwagen vorhanden sowie Spielzeug und vor allen Dingen Material zum Krippenbau, wie zum Beispiel Holzschindeln in verschiedenen Größen, Steine und weiteres Dekorationsmaterial zur Ausstattung der Krippen.

An jedem Wochenende im August von Freitag bis Sonntag öffnet Edith Heese den Verkaufswagen, der in ihrem Garten Nelkenweg 15 in Northeim/Hillerse steht, von 14 bis 17 Uhr, um die noch vorhandenen Stücke weit unter Wert zu verkaufen. Auch der Verkaufswagen kann erworben werden. Wer am Wochenende keine Zeit hat, kann unter der Telefonnummer 0 55 51 / 91 30 58 einen Termin unter der Woche vereinbaren. Von Elke Schulze

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