KGS-Schüler finden Namen von jugendlichen KZ-Häftlingen aus Moringen

Von Moringen nach Auschwitz: Marc-Kevin Ahrens (links) und Patrick Wittmeier (Mitte) erläutern Besuchern die von ihrem Seminarfach konzipierte Ausstellung über das KZ Auschwitz und die Verbindungen zum Moringer KZ. Foto: hpx

Moringen. Klemens Pfeil (17), Wenzel Florian (16), Johann Guttenberger (19) und Eduard Laubinger (17) wurden aus dem Moringer Konzentrationslager ins größte Vernichtungslager der Nazis nach Auschwitz deportiert.

Eduard Laubinger musste dort wie 1,1 Millionen anderer Menschen, vor allem Juden, sein Leben lassen. Er wurde dort am 28. September 1944 erschossen. Klemens Pfeil starb später vermutlich im KZ Dachau. Was aus den beiden anderen wurde, ist nicht bekannt. Die vier gehörten zu 26 Sinti, die von Moringen nach Auschwitz gebracht wurden und dort größtenteils ihr Leben verloren.

Die Namen dieser vier Jugendlichen aus dem Moringer KZ fanden in etwa gleichaltrige Schüler der KGS Moringen in den Registern des KZ Auschwitz wieder, das sie im Rahmen ihres Seminarfachs „Jugend und Nationalsozialismus“ im Juli des Jahres besucht hatten. Dort setzten sie sich eine Woche lang mit dem Schicksal von Menschen auseinander, die die Nazis quälten und ermordeten. Außerdem arbeiteten sie mit an den Außenanlagen und besuchten Workshops.

Die Ergebnisse ihres Besuches, auf den sie sich intensiv unter anderem in Zusammenarbeit mit der Moringer KZ-Gedenkstätte vorbereitet hatten, haben sie in einer Ausstellung und einem Film dokumentiert. Beide stellten sie jetzt der Öffentlichkeit vor.

Schüler Patrick Wittmeier sagte, er habe jetzt das Gefühl, dass die Gräuel real gewesen sind. Früher habe es ihn gestört, dass das Thema „so viel“ im Fach Geschichte „durchgekaut“ worden sei.

Marc-Kevin Ahrens, der den der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Privatgarten des damaligen Lagerkommandanten Rudolf Höß mit aufräumte, sagte, es sei für ihn eine schreckliche Vorstellung gewesen, zu wissen, was hinter den Mauern des Gartens alles passiert ist.

Die Jugendlichen haben aus ihrer intensiven Arbeit mit dem Thema für sich eine Konsequenz gezogen. „Wir wollen nicht vergessen.“

Außerdem tragen sie ihre Eindrücke weiter. Zwei 10. Klassen haben sie bereits durch die Ausstellung geführt und ihnen den Film gezeigt. .Über weitere würden sie sich freuen.

Im Film zur getragenen Musik des „Maine Theme“ aus Steven Spielbergs Spielfilm „Schindlers Liste“ haben sie Fotos aus Auschwitz zusammen montiert. Unter anderem sind die zigtausend Schuhe von Ermordeten zu sehen, die Ruinen der Gaskammern im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und ein scheinbar idyllischer Teich: Dessen Grund ist mit der Asche von Ermordeten bedeckt. (hpx)

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