Kinder entdecken per Video die eigenen Vorzüge

Erst wird gefilmt: Im Kinderhof am Katelbach schaut sich Silke Matzel gemeinsam mit zwei Kindern ein zuvor aufgenommenes Video an. Foto:  Kindrhof/nh

Katlenburg. Silke Matzel kam vor eineinhalb Jahren als Einzelintegrationshilfe in den Kinderhof am Katelbach. Vor etwa einem Jahr begann die Erzieherin und Heilpädagogin damit, mit einigen Kindern nach der „Marte-Meo-Methode“ zu arbeiten. Übersetzt heißt diese Methode „etwas aus eigener Kraft erreichen“. Sie wurde von der Holländerin Maria Aarts entwickelt und ist für jedes Alter geeignet.

Zentrales Instrument sind Videoaufnahmen, die Ausschnitte aus Alltagssituationen wiedergeben. Sie werden von Matzel nach bestimmten Kommunikationskriterien analysiert und auf Entwicklungsmöglichkeiten hin erörtert. Der Videofilm fängt ein Stück Wirklichkeit ein, konserviert sie und ermöglicht so eine Reflektion über das eigene Kommunikations- und Interaktionsverhalten. Es hilft neue Fähigkeiten zu entwickeln und fördert die Kompetenzen der Eltern oder wie im Kinderhof die der Erzieherinnen.

Eltern lernen ihre Kinder neu zu sehen und wie Familienalltag gelingen kann, indem ihnen Möglichkeiten der familiären Prozesssteuerung vermittelt werden. Struktur, positives Leiten und eine entspannte freundliche Atmosphäre bilden den Rahmen, der Raum gibt für Initiativen des Kindes.

Silke Matzel, die überwiegend mit Kindern und Jugendlichen arbeitet, ist in Imbshausen auch bei einem Jugendhilfeträger tätig. Dort lebt sie mit ihrem Mann und ihren beiden Töchtern gemeinsam mit vier Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Im Kinderhof konzentrierte sich die 47-Jährige vordergründig auf die zukünftigen Schulkinder.

Zusammen schauen

Es wurden Videoaufnahmen gemacht, analysiert und jedes Kind wurde auf seine schon entwickelten Fähigkeiten aufmerksam gemacht. Gerne schauen die Kinder gemeinsam mit Silke Matzel gefilmte Szenen an und erkennen selbst bestimmte Eigenschaften, die ihnen vorher gar nicht bewusst waren.

Die Erzieherinnen des Kinderhofes unterstützen die Kinder dabei, bestimmte Fähigkeiten zu entwickeln oder auszubauen, die ihnen helfen, im künftigen Schulalltag zu Recht zu kommen.

Wichtig sei dabei immer, das Positive zu betonen, erwähnt die Familientherapeutin und Supervisorin, die sich momentan in Alfeld als „MarteMeo“-Therapeutin ausbilden lässt. (ajo)

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