Kirchenasyl in Gladebeck: Somalier darf bleiben

Gladebeck. Nach vier Monaten ist in der Kirchengemeinde Gladebeck ein Kirchenasyl erfolgreich zu Ende gegangen. Der Somalier Abdiwalli Salaad Warsama, dem die Kirchengemeinde seit April Asyl gewährt hat, ist nun legaler Aufenthalt gewährt worden, teilte Pastor Peter Lahmann mit.

Warsama, der laut Lahmann vor der Gewalt radikaler islamischer Milizen aus seiner Heimat geflohen ist, kann nun wieder eine Unterkunft in Göttingen beziehen.

Der 30-jährige sei durch die Sahara nach Libyen geflohen und dort in den Bürgerkrieg geraten und habe einige Zeit im Gefängnis gesessen, ehe er mit einem Flüchtlingsboot die italienische Insel Lampedusa erreichte.

Von Italien aus gelangte er schließlich nach Deutschland und beantragte Asyl. Da nach dem sogenannten Dubliner Abkommen der EU-Staaten für Asylverfahren immer das Land zuständig ist, wo der jeweilige Flüchtling die EU erreicht hat, sollte er nach Italien abgeschoben werden.

Durch Proteste konnte seine Abschiebung verhindern werden, berichtet Lahmann. Anschließend fand er Zuflucht in Gladebeck, wo er, unterstützt durch Mitglieder des Arbeitskreises Asyl aus Göttingen, seitdem in Räumen der Kirchengemeinde lebte.

„Nach dem Selbstverständnis der Kirchenasyl gewährenden Kirchengemeinden ist es eine humanitäre Verpflichtung, schwer traumatisierte Flüchtlinge, die zuvor oft nur knapp dem Tod entronnen sind, zu schützen und dazu beizutragen, dass ein geregeltes und faires Asylverfahren möglich wird“, betont Lahmann. Im Fall von Abdiwalli Salaad Warsama sei dies nun gelungen.

Darüber hinaus ist es seiner Ansicht nach menschlich geboten, die in Deutschland ankommenden Flüchtlinge aufzunehmen und eine Willkommenskultur zu fördern. Die bisherigen Reglungen des Dubliner Abkommens müssten dringend verändert und die Länder Süd- und Südosteuropas entlastet werden.

Deutschlandweit wird laut Lahmann aktuell 245 Flüchtlingen in 136 Gemeinden Kirchenasyl gewährt. (ows)

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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