Klinik-Kauf verschoben: Awo-Landesverband will Garantien

Schön im Grünen gelegen: Das Sertürner-Krankenhaus Einbeck. Seit zwei Jahren betreibt die Gesellschaft für Hospital-Management die Klinik, ist jetzt jedoch in finanzielle Schieflage geraten. Foto: Gödecke

Einbeck. Der für Anfang dieser Woche geplante Verkauf der beiden Kliniken Einbeck und Stadtoldendorf an den Arbeiterwohlfahrt-Landesverband Sachsen-Anhalt ist verschoben. Nach Angaben einer Awo-Sprecherin in Magdeburg, benötige man noch mehr Zeit, um Fragen zu klären.

Dazu gehöre insbesondere eine Standortgarantie durch das Land Niedersachsen.

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Aus diesem Grund ließ die sachsen-anhaltinische Awo auch die für Dienstagabend vorgesehene Vertragsunterzeichnung vor einem Notar ebenso platzen wie eine für den Mittwoch-Nachmittag anberaumte Pressekonferenz, in der Einzelheiten des Verkaufs bekannt gegeben werden sollten.

Für Donnerstagabend (21 Uhr) hat der in finanzielle Schieflage gekommene Noch-Betreiber GeHoMa im Einbecker Hospital eine Mitarbeiterversammlung anberaumt, in der die Belegschaft beider Kliniken über den aktuellen Stand informiert werden sollten. Mit dabei sein sollte auch der Geschäftsführer des Awo-Landesverbands Sachsen-Anhalt, Wolfgang Schuth. Bekanntlich warten die Mitarbeiter beider Kliniken derzeit noch auf ausstehende Lohnzahlungen.

Wie die Pressesprecherin des Awo-Landesverbands Sachsen-Anhalt Cathleen Paech auf HNA-Anfrage mitteilte, sei die Verschiebung der Klinikübernahmen nicht auf den Einspruch des Awo-Bezirksverbands Hannover zurückzuführen. Dieser sei über die Absichten der Awo Sachsen-Anhalt informiert gewesen.

Es gehe vielmehr darum, dass vor einer Übernahme der beiden Krankenhäuser geklärt werden müsse, ob die niedersächsische Landesregierung auch künftig zu Einbeck und Stadtoldendorf als Krankenhaus-Standorte steht, sprich, ob die beiden Kranenhäuser auch künftig in der Krankenhausbedarfsplanung des Landes eine Rolle spielen. Awo-Sprecherin Paech: „Wir können ja nicht etwas erwerben, was vom Land schon längst abgeschrieben ist.“ Diese Fragen sollten in den nächsten Tagen geklärt sein.

Sollte es zur Übernahme kommen, und daran sei die Awo in Sachsen-Anhalt nach wie vor interessiert, dann werde nach Paechs Worten die Krankenhausbetriebsgesellschaft des Landesverbands als 100-prozentige Tochter den Betrieb der Kliniken übernehmen. Diese betreibe bereits drei Kliniken selbst und ist an einer weiteren beteiligt. (goe)

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