Insolvenzverwalter und AWO-Landesverband wollen Einbecker Krankenhaus stärken

Krankenhaus in Stadtoldendorf schließt - Einbecker Klinik bleibt

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Das Sertürner-Krankenhaus in Einbeck.

Einbeck. Schlechte Nachricht für Stadtoldendorf im Nachbarkreis Holzminden - gute hingegen für Einbeck: Das Awo-Charlottenstift in Stadtoldendorf soll seine Pforten als Krankenhaus schließen.

Das Einbecker Sertürner-Krankenhaus, das ebenfalls der Awo-Krankenhausbetriebsgesellschaft Magdeburg gehört, soll hingegen gestärkt werden.

Die Entscheidung zur Zukunft der beiden Awo-Kliniken teilte am Freitag der Insolvenzverwalter für beide Häuser, Jens Rüdiger von der Wirtschaftskanzlei Bosse, Rüdiger, Förster & Partner (Hannover), mit. Die 160 Mitarbeiter der Klinik in Stadtoldendorf wurden am Freitagmittag in einer Betriebsversammlung über die Schließungspläne informiert.

Zu den Eckpunkten des in den vergangenen zwei Monaten während der vorläufigen Insolvenzphase erarbeiteten Fortführungskonzeptes gehöre es, den stationären Bereich in Stadtoldendorf aufzugeben und das klinische Leistungsspektrum beider Häuser in Einbeck zu konzentrieren, heißt es in einer Pressemitteilung des Awo-Landesverbands Sachsen-Anhalt und des Insolvenzverwalters.

Unabhängige Gutachten hätten dazu geraten, sich in Stadtoldendorf auf ambulante Gesundheitsversorgung zu konzentrieren und das Charlottenstift in ein modernes ambulantes Diagnostik- und Versorgungszentrum umzuwandeln. Dies könnte beispielsweise in Form eines Ärztehauses oder eines ambulanten OP-Zentrums geschehen, sagte Insolvenzverwalter Jens Rüdiger. Dazu suche er nun nach einem Betreiber.

Die Sertürnerklinik in Einbeck hingegen solle als stationäre Einrichtung gestärkt werden, führt Rüdiger aus. In der Klinik hoch über der Bierstadt sollen beispielsweise die überregional attraktiven Bereiche Schmerztherapie und Altersmedizin angesiedelt und ausgebaut werden.

Der Betrieb im Einbecker Krankenhaus laufe während des Insolvenzverfahrens ohne Einschränkungen für die Patienten weiter, heißt es in der Pressemitteilung. Ziel des Verfahrens für beide Kliniken sei es, eine patientennahe und zukunftsorientierte Umstrukturierung vorzunehmen, die so viele Arbeitsplätze wie möglich sichert. Vereinzelt könnten Mitarbeiter aus Stadtoldendorf an die Klinik in Einbeck wechseln.

Das Insolvenzverfahren hatte der Awo-Landesverband Sachsen-Anhalt im Juni als Planinsolvenz zur Sanierung beider Kliniken angemeldet. Jetzt wurde es offiziell eröffnet.

Über das Fortführungskonzept mit Konzentration auf Einbeck soll im nächsten Schritt die Gläubigerversammlung entscheiden, so Insolvenzverwalter Rüdiger. (goe)

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