Risse werden immer größer – Experten ordnen vorübergehende Schließung an

Kirche in Kreiensen wegen Einsturzgefahr dicht

Ist einsturzgefährdet: Die evangelische Kirche in Kreiensen. Seit 1988 trägt das 400 Plätze zählende Gotteshaus den Namen Friedenskirche.
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Ist einsturzgefährdet: Die evangelische Kirche in Kreiensen. Seit 1988 trägt das 400 Plätze zählende Gotteshaus den Namen Friedenskirche.

Die 1935 erbaute evangelische Kirche in Kreiensen droht einzustürzen. Das Gebäude ist gesperrt.

Kreiensen – Aus statischen Gründen wird die evangelische Kirche in der Ortsmitte von Kreiensen bis auf Weiteres geschlossen. Das teilte die Braunschweigische Landeskirche, zu der die Kreienser Friedenskirchengemeinde gehört, am Dienstag mit. Es bestehe Einsturzgefahr.

Grund sind nach Angaben des Kreienser Kirchenvorstands Risse im Mauerwerk. Die seien zwar seit Jahren bekannt gewesen und auch mit Markierungen von Expertenseite beobachtet worden. Doch diese Risse und auch Löcher in tragenden Teilen des Gebäudes seien in jüngster Zeit immer größer geworden, sodass akute Einsturzgefahr bestehe.

Um die Verkehrsicherheit zu gewährleisten, werde nicht nur das Gotteshaus selbst gesperrt, sondern auch das Grundstück weiträumig mit einem Bauzaun abgesperrt, heißt es vom Evangelischen Pressedienst. Für geplante Veranstaltungen – und dazu gehören auch die Präsenzgottesdienste, die auch in Corona-Zeiten mit entsprechenden Abständen bislang regelmäßig stattfanden – müsse die Gemeinde auf das Gemeindehaus ausweichen.

Die Gründe für die festgestellten Statikprobleme seien in weichem Baugrund und minderwertigen Baustoffen zu suchen, sagte der Leiter des Baureferats der Landeskirche Braunschweig, Lorenz Haselhorst.

Die Kirche, die 400 Personen Platz bietet und 1935 errichtet wurde, sei in damaliger Zeit nicht ausreichend mit Stahlbeton gegründet worden. Das hätten jüngste Untersuchungen ergeben.

Bis Ende Mai soll der Bericht eines Architektur- und Statikbüros vorliegen, der eine genaue Schadensanalyse, Kostenschätzungen und Empfehlungen zum weiteren Vorgehen vornimmt, heißt es von der Landeskirche.

Der Kreienser Kirchenvorstand wird sich am 19. Mai in einer Sitzung mit der aktuellen Situation beschäftigen.

In einer öffentlichen Sitzung sollen Experten des Baureferats der Landeskirche dann am Dienstag, 1. Juni, ihre weiteren Empfehlungen für die Zukunft des Gotteshauses, das seit 1988 den Namen Friedenskirche trägt und dessen Kirchenschiff sich aufgrund seiner Akustik hervorragend für Konzerte eignet, vorstellen.  

(Axel Gödecke)

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